Wir haben mit dem Produzentenverband eine Einigung erzielt, wie Schauspieler künftig sozialversichert werden sollen. Da wird es demnächst hoffentlich eine einheitliche Regelung geben. Momentan versichern viele Produzenten ihre Schauspieler tageweise. Einige Sozialversicherer gehen dagegen davon aus, dass Schauspieler für die gesamte Drehzeit oder sogar die gesamte Produktionszeit versichert sein müssen - auch wenn sie nur einen einzigen Drehtag haben. Sowohl die Praxis der tageweisen Versicherung als auch diese Regelung sind absurd. Wir haben jetzt eine Formel entwickelt, die das Arbeitsverhältnis von Schauspielerin realistischer beschreibt. Sie bezieht die Vorbereitungszeit auf ein Projekt mit ein, sowie die Zeit, die man als Schauspieler während der Produktion und später - zum Beispiel für Nachsynchronisation und Pressearbeit - zur Verfügung stehen muss.
teleschau: Geht es Ihnen auch um bessere Bezahlung?
Meyer: Das ist eine zweite wichtige Baustelle. Schauspieler, die Jobs beim Fernsehen ergattern können, verdienen sehr gut, keine Frage. Wo ein Gerechtigkeitsdefizit existiert, ist das Gebiet des Urheber- und Leistungsschutzrechts. Derzeit werden in Deutschland kaum noch Wiederholungshonorare bezahlt, und es gibt auch keine Erlösbeteiligung, zum Beispiel bei Kinofilmen. Das ist international absolut unüblich. Einerseits sind die Gagen, die deutsche Schauspieler verdienen, im internationalen Vergleich relativ hoch. Anderseits kann es aber doch nicht sein, dass ein Film, der aufgrund einer Schauspielerleistung ein Riesenerfolg wird und der vielen Leuten immer wieder Geld in die Kasse schwemmt, gegenüber dem Schauspieler mit einer einmaligen Gage abgegolten wird. Viele ältere Kollegen, die wir bewundern und wegen der wir diesen Beruf ergriffen haben, leben heute aufgrund solcher Regelungen in sozialer Not. Das weiß kaum jemand. Auch weil sich die Betroffenen schämen das zuzugeben. Es würde ja auch ihren Nimbus als Star zerstören. Diese Zustände müssen wir verbessern, und da geht es, wie gesagt, um strukturelle Veränderungen.
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Autor: Eric Leimann/teleschau - der mediendienst
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RTL
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