teleschau: Worin finden Sie innere Freiheit derzeit, neben der Schauspielerei?

Meyer: Ich habe zum Beispiel gerade ein Haus gebaut und darüber begonnen, mich für Architektur zu interessieren. Das heißt nicht, dass ich da jetzt ein neues Steckenpferd gefunden habe. Aber jedes neue Gebiet, auf dem man sich lustvoll umtut, eröffnet einem einen neuen Blickwinkel aufs Leben.

teleschau: Der Verband der Fernsehschauspieler - worum geht es Ihnen bei dieser Arbeit?

Meyer: Meine Motivation war, dass sehr viel geklagt und gejammert wird in der Branche - teilweise zu Recht. Ich kann es aber auf Dauer nicht ertragen, wenn immer nur gejammert wird. Das deprimiert mich. Deshalb habe ich den BFFS, den Verband der Film- und Fernsehschauspieler mitgegründet.

teleschau: Worum kämpft der Verband?

Meyer: Es gibt strukturelle Missstände in der Filmbranche, zum Teil hausgemachte, zum Teil von der Politik verursachte. Mit Film- und Fernsehschauspielern verbindet man ja gemeinhin hohe Gagen und das glamouröse Leben der Stars. Aber das trifft maximal auf zehn Prozent der Schauspieler zu. Und auch auf die nur ansatzweise. Beim Rest der Kollegen werden die Gagen immer mehr gedrückt. Wir sind immer projektbezogen Beschäftigte, zahlen als solche Höchstbeiträge in die Arbeitslosenversicherung ein, haben aber keine Chance, jemals Arbeitslosengeld zu bekommen - und zwar nicht erst seit der Verkürzung der Anwartschaftszeit von drei auf zwei Jahre, innerhalb derer man 360 Tage gearbeitet haben muss, um Anspruch auf "Arbeitslosengeld 1" zu haben. Diese Verkürzung hat die Lage für uns nur noch verschärft, den Rest der Filmbranche, also Kameraleute, Maskenbildner, Beleuchter und andere aber in unsere Lage versetzt. Wir kämpfen also nicht nur für unsere Interessen, sondern mittelbar auch für andere Berufe in der Branche.

teleschau: Und nun versuchen Sie, eine Ausnahmeregelung für die unsteten Arbeitsplätze in der Film- und Fernseharbeitsbranche zu erwirken.

Meyer: Uns ist nicht an einer Ausnahmeregelung gelegen. Wir wollen eine gerechte Lösung, die jene Art von Beschäftigungsverhältnissen berücksichtigt, die in Zukunft die Normalität sein wird. Wider besseres Wissen geht die Politik immer noch von lebenslangen Arbeitsverhältnissen und Vollbeschäftigung aus. So wie wir arbeiten, werden in Zukunft aber immer mehr Menschen beschäftigt sein: projektbezogen und befristet.

teleschau: Wie weit sind sie mit Ihrer Arbeit?

Meyer: Ziemlich weit

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