teleschau: Wie sehr hat Romanus Cüppers Leidenschaft fürs Kochen auf den Schauspieler Hans-Werner Meyer abgefärbt?

Meyer: Sehr stark. Ich habe tatsächlich über die Arbeit an diesem Film eine Leidenschaft fürs Kochen entwickelt. Zumindest theoretisch. Leider ist da viel zu wenig Zeit sie auszuleben. Diese Arbeit hat mir jedoch Augen und Gaumen geöffnet und gezeigt, was alles möglich ist. Kochen ist ja sehr hip im Moment, allgegenwärtig, sodass es einem schon wieder zu den Ohren rauskommt. Andererseits wird es aber auch nie aus der Mode kommen, und der Grund ist dafür ist einfach: Wenn man erst mal Geschmack an gutem Essen gefunden hat, kann man nicht mehr zurück zum Junkfood. Dann kommt man aus der Nummer nicht mehr raus.

teleschau: Wie sehr lohnt es sich, über das Kochen zu philosophieren?

Meyer: Wir sind, was wir essen. Und wer wir sind, ist Gegenstand der Philosophie. Insofern ist Kochen vielleicht eine Art, mit den Sinnen zu philosophieren.

teleschau: Wenn Sie sagen, dass sie das Kochen erst über diesen Film entdeckt haben, wie kann man sich das vorstellen? Vorher konnten Sie noch nicht mal ein Messer gerade halten?

Meyer: So ungefähr. Als ich die Rolle angeboten bekam, dachte ich sofort, dass ich dafür unbedingt kochen lernen muss. Jedenfalls so gut, wie es in der kurzen Zeit noch möglich ist. Gott sei Dank konnte ich meine Grundkenntnisse während des Drehs entscheidend erweitern, weil ich mit unserem Koch-Coach sehr viel gemeinsam gekocht habe.

teleschau: Hat Ihnen dieser Koch beigebracht, wie man sich in der Küche richtig bewegt? Die Gerichte mussten Sie ja wohl nicht alle selbst kochen ...

Meyer: Nein, aber es geht auch um so etwas wie die Ethik eines Kochs. Dass man zum Beispiel so wenig wie möglich von der Sellerie wegschneidet. Dass man so viel wie möglich von dem Gegenstand, den man kocht, rettet und wenig wegschmeißt. Zum Koch gehört auch eine gewisse Haltung dem Essen gegenüber.

teleschau: Steht Ihnen der vielseitig interessierte Kommissar Cüpper auch deshalb nahe, weil sich in Ihrer Biografie ebenfalls sehr unterschiedliche Interessen zeigen? Heute sind Sie Schauspieler, aber sie hatten auch mal eine Band. Außerdem sind Sie politisch aktiv, haben den Verband der Fernsehschauspieler gegründet ...

Meyer: Ja, diese Vielseitigkeit an der Figur hat mich gereizt. Wenn man sich auf unterschiedlichen Gebieten herumtreibt, hat man die Freiheit, von einem zum anderen zu gehen. Wer sich im Leben nur über eine Sache definiert, macht sich abhängiger

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