Die ersten beiden Konzerte allerdings haben es in sich, finden sie doch in den Benelux-Staaten statt. Das, so gesteht Lindner, wird "ein heißer Kampf werden. Wir stehen da erst mal vor 100 bis 200 Leu

ten, man muss da richtig Arbeit reinstecken." Trotz Anfragen auch aus Polen, Frankreich und Russland - deutschsprachiger Mittelalter-Rock fühlt sich auf seiner heimatlichen Burg eben doch am wohlsten. Bereits 4.500 Tickets wurden für das Konzert im Münchner Zenith verkauft. Dort "werden wir am 14. November auf den Tag genau unser zehnjähriges Bühnenjubiläum feiern", berichtet der 33-Jährige nicht ohne Stolz über diesen speziellen Anlass. Zehn Jahre, ein Besetzungswechsel, kein einziger Plattenfirmenwechsel. Eine beeindruckende Bilanz. Das Geheimnis: "Freundschaft. Ohne die geht es nicht."
Eben diese ist im Musikgeschäft nicht immer vorhanden. Der schlimmste Moment in den zehn Jahren? "Auch wir haben auf heiße Herdplatten gefasst. Und haben uns mit falschen Leuten zusammengetan. Das tut dann weh. D

a lernt man dazu." Abgehakt, das Thema. Etwas zögerlicher wird auf die Frage nach dem besten Moment reagiert: "Es sind so viele schöne Sachen passiert. Ein ganz besonderer Moment in meinem Leben war mit Sicherheit das einmalige Circus-Krone-Konzert mit dem Orchester. Genauso unvergesslich ist für mich der Auftritt auf dem Wacken-Festival im letzten Jahr, wo 25.000 Menschen mit Feuerzeugen in der Hand vor der Bühne standen." Auch das eine Anderswelt.
Die wird sich ganz oben auf der Erfolgsleiter ansiedeln. Bereits der Vorgänger "Mit Leib und Seele" kletterte bis auf Platz zehn der deutschen Album-Charts. Kein Wunder, zählen doch Schandmaul zu den massenkompatiblen Vertretern ihrer Zunft. Gegen dieses Attribut hat Lindner nichts einzuwenden. Im Gegenteil, seine kurze Skizzierung des Publikums stützt

die These: "Bunt gemischt, sowohl was das Alter anbetrifft, als auch das Genre. Vom Heavy-Metaller über die Gothic-Fledermaus bis hin zum Punk und dem ganz normalen Mann und der ganz normalen Frau. Allgemein habe ich das Gefühl, dass es ein sehr offenes Volk ist." Das auf eine offene Musik trifft. Auf der einen Seite ist Mithüpfen angesagt, zum passenden Eröffnungsstück "Frei", zum Vampir-Rocker "Zweite Seele". Auf der anderen Seite steht ein Titel wie "Prinzessin", dessen Text auf das Konto von Anna Katharina Kränzlein (Violine, Drehleier) geht: "Sie ist vor kurzem Tante geworden, und da musste halt mal ein Schlaflied her." Auch nicht übel. Abwechslung, verpackt in Geschichten, Schandmaul fahren mit ihrem Konzept gut
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