Und Ihre Leidenschaft fürs Tauchen führte zum Buch "Der Schwarm" ...
Schätzing: "Der Schwarm" wäre ohne meine Begeisterung fürs Tauchen und das Meer gar nicht denkbar gewesen. Da unten kam mir dann auch irgendwann die Idee: Was, wenn sich hier vor Millionen von Jahren eine zweite intelligente Rasse entwickelt hätte, und wir haben sie nie wahrgenommen? Da ich mich für Biologie und neuronale Konzepte interessiere, entwickelte ich die Idee weiter: Viele Einzeller müssten es sein, die sich zu einem einzigen mächtigen Wesen zusammenschließen können, also eine Art amorphes Superhirn. So läuft das bei mir eigentlich immer. Ich suche nicht aktiv nach Themen. Bis heute haben die Themen immer mich gefunden.
teleschau: Schaut man sich Ihre Biografie und den Output dazu an, würde ich sagen: Sie sind ein Workaholic. Im Gespräch wirken Sie aber sehr entspannt. Wie sehen Sie sich selbst?
Schätzing: Ein Workaholic ist ein zwanghafter Arbeiter, der deshalb so viel malocht, weil er keinen anderen Inhalt für sein Leben kennt. Insofern bin ich kein Workaholic. Trotzdem arbeite ich gerne sehr viel. Die eigentliche Frage ist: Was verstehen wir unter Arbeit? Als ich noch Werbetexter war, sagte ich: Schriftstellerei ist mein Hobby. Nun habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht und verbringe viel Zeit damit. Ist es deswegen plötzlich Arbeit? Ich mache auch gern Musik, darauf verwende ich ebenso viel Zeit, das gilt momentan noch als Hobby. Sollte ich die Musik nun aber kommerziell verwerten, ist das wieder Arbeit. Sagen wir mal so: Ich produziere einfach gern, von morgens bis abends, manchmal auch nachts, und unterhalte mich dabei blendend.
teleschau: Zum Film "Mordshunger" haben Sie auch den Soundtrack geschrieben. Beschreiben Sie doch mal die Karriere des Musikers Frank Schätzing.
Schätzing: Die begann, als ich mich mit 14 Jahren in Suzi Quatro verliebte und beschloss: Du musst jetzt unbedingt Gitarre lernen und selbst Popstar werden, um an die ranzukommen. Später verlor ich das Interesse an Frau Quatro, aber die Liebe zur Musik blieb. Ich spielte in Bands und beschäftige mich mit Komposition. Überhaupt würde ich mich eher als Komponisten denn als Performer sehen. Ich hab die Musik zu den Hörspielen meiner Romane geschrieben, jetzt einen Filmsoundtrack, außerdem jede Menge Songs. Die ich allerdings endlich mal aufnehmen müsste. Möglichst noch in diesem Leben.
teleschau: Welchen Musikstil wird man von Frank Schätzing zu hören bekommen?
Schätzing: Ich hasse Schubladen, aber wenn überhaupt, würde ich mich in die Indie-Ecke sortieren
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