Frank Schätzing: Karriere in den Querstraßen des Lebens
(tsch) Mit "Der Schwarm" gelang dem ehemaligen Kölner Werbetexter Frank Schätzing ein ganz großer Wurf: Der Science-Fiction-Thriller um verseuchte Meere, die sich gegen den Menschen zu wehren beginnen, wurde zum weltweit erfolgreichsten deutschen Roman seit Patrick Süskinds "Das Parfüm". Die Schauspielerin Uma Thurman sicherte sich die Filmrechte, bald soll in Hollywood die erste Klappe fallen. Dass Schätzings hochspannende Stoffe sich fürs Erzählen in bewegten Bildern geradezu aufdrängen, will RTL nun mit der Adaption von zwei weiteren Romanen des umtriebigen Autors beweisen. "Die dunkle Seite" (So., 18.05., 20.15 Uhr) und "Mordshunger" (Do., 22.05., 20.15 Uhr) bewirbt der Kölner Sender ganz bewusst mit dem Namen Frank Schätzing. Im Interview spricht der 50-jährige Schriftsteller, Werbeunternehmer, Musiker, Taucher und Hobbykoch über Arbeitswut und das Geheimnis seiner Erfolge. Hans Dampf wäre stolz auf ihn.
teleschau: RTL hat aus Ihren Romanen zwei sehr unterschiedliche Filme gemacht: "Mordshunger", ein klassischer Kriminalfilm, und "Die dunkle Seite", ein Thriller in moderner Optik. Hatten Sie Einfluss

auf die Umsetzung Ihrer Bücher?
Frank Schätzing: Ja, den hatte ich. Zu beiden Produktionsfirmen bestehen meinerseits freundschaftliche Kontakte. Deshalb war ich in den ganzen Prozess von der Planungsphase an eingebunden. Dass die Filme so unterschiedlich sind, liegt aber auch an der Vorlage: "Mordshunger" ist ein Roman voll süffisanter Leichtigkeit. Er ist hochgradig ironisch, fast schon ein bisschen gemütlich. "Die dunkle Seite" dagegen ist ein düsterer Thriller, knüppelhartes Zeug. Das kann man unmöglich mit der gleichen Ästhetik umsetzen.
teleschau: Sowohl "Mordshunger" mit Hans-Werner Meyer als Kommissar als auch "Die dunkle Seite" mit Melika Foroutan als Privatdetektivin wirken wie Pilotfilme zu neuen Serien. Schade, dass keine weiteren Bücher existieren. Gibt es t

rotzdem Pläne, mit diesen beiden Charakteren im Medium Fernsehen weiterzuarbeiten?
Schätzing: Ich habe mit RTL über dieses Thema gesprochen, und wir sind beide der Meinung, dass die Charaktere das Potenzial für eine Serie oder Reihe besitzen. Das Fehlen weiterer literarischer Vorlagen ist da kein Hinderungsgrund. Es gibt genug Beispiele für Stoffe, bei denen der Pilotfilm auf einer literarischen Vorlage beruhte und später hat man gute Drehbuchautoren mit einer Fortsetzung beauftragt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, Ideen für weitere Vorlagen zu liefern. Das ist aber alles noch offen. Jetzt müssen wir erst mal sehen, wie die beiden Filme beim Zuschauer ankommen.
teleschau: Man sieht Sie in letzter Zeit oft im Fernsehen. Im Ersten präsentierten Sie vor der Kamera eine

n Dokumentarfilm über die Verschmutzung der Meere. Fürs ZDF führten Sie durch die Zukunftsdoku "2057 - Unser Leben in der Zukunft". Haben Sie das Fernsehen als neue Lustquelle für sich entdeckt?
Schätzing: Natürlich bringen mir solche Auftritte Spaß, sonst würde ich das nicht machen. Ich bin von meinem Naturell her ein Erzähler. Der Typ Mensch, der einst am Lagerfeuer saß und Geschichten erzählte. Sie aufzuschreiben ist eine Form. Ich gehe aber noch lieber auf die Bühne und rede mit Menschen. Weil es da Feedback gibt. Ich bin nun mal ein Sozialtier, und Schreiben ist schon ein verdammt einsamer Job.
teleschau: Sie sagen es - Schriftsteller gelten häufig als scheue Einzelgängertypen. Sie sind eher das Gegenteil: extrovertiert, sehr kommunikativ
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