Europa taucht ein: Kenna versucht's erst einmal hier

(tsch) Virginia ist einer der musikalischsten Bundesstaaten Amerikas. Dort leben nicht nur Dave Grohl und die Dave Matthews Bands, sondern in den letzten Jahren machte sich dort immer mehr eine besondere Spielart des fröhlich bratzenden Hiphops breit. Dieser distanzierte sich von West- und Eastcoast-Battles und stellte den Spaß an frischen Samples und die Hinwendung zu anderen Musikstilen in den Vordergrund. Hierfür stehen und standen besonders Timbaland, Missy Elliot, D'Angelo sowie Chad Hugo und Pharall Williams von den Neptunes. Mit Letzterem ist Kenna seit der Highschool befreundet. Jetzt erscheint sein Album "Make Sure They Know My Face".

Hugo hat diese CD genau wie sein erstes Album "New Sacred Cow" produziert. Pharrell Williams steuerte, ganz die verlässliche Hitmaschine als die er sonst oft von Stars und Sternchen gebucht wird, den tanzbarsten Hit bei: "Say Goodbye To Love". "Das ist, als ob du mit deiner Familie arbeitest", erzählt Kenna über die Arbeit mit den beiden. "Der Vorteil ist, dass sie mich lieben und sich um mich kümmern. Sie unterstützen mich dabei, meine Ideen durchzusetzen, sagen mir aber auch, wenn ich etwas falsch mache."

Diese Angst hatte er vor seinem zweiten Album ganz besonders: "Als ich 2003 'New Sacred Cow' veröffentlichte, wusste niemand, wer ich bin, niemand war kritisch. Jetzt haben alle auf ein neues Album gewartet. Die Aufmerksamkeit und der Druck waren groß, nicht nur von Seiten der Plattenfirma." Und er fügt hinzu: "Du hast dein ganzes Leben lang Zeit, dein erstes Album aufzunehmen, und für das zweite bleiben dir knapp zwei Jahre." Aber von dem Ergebnis ist er selbst sehr überzeugt: "Ich hab viel recherchiert und über Konzepte nachgedacht. 'Make Sure They See Me My Face' fühlt sich mehr nach mir selbst an als alles andere was ich vorher gemacht habe."

Die Veröffentlichung seines zweiten Albums war eigentlich für 2005 geplant und wurde dann wegen Problemen mit den Rechten, einem Musikvideo und dem Management immer wieder verschoben. Trotzdem gebe es nicht viel, das er an dem Album heute ändern wollte. Zumindest nicht mehr als sonst auch, erzählt er: "Du bist als Künstler nie wirklich zufrieden, und wenn du einen Track abgeschlossen hast, bist du wahrscheinlich auch schon wieder auf einem anderen kreativen Pfad."

Vielleicht werde er in Amerika das Album oder einzelne Stücke ganz anders herausbringen, momentan richtet sich sein Fokus aber allein auf Europa. Kenna findet, dass die Europäer generell mehr eintauchen in die Musik, sich eingehender mit einzelnen Künstlern beschäftigen als in Amerika, wo er Trends als kurzlebiger empfindet. Vielleicht denkt er das aber auch, weil er hier gerade seinen Siegeszug antritt: Im Frühjahr tourt er zunächst mit dem Popliebling Mark Ronson durch England, später als Support von Zoot Woman durch Deutschland. Gleichzeitig schwankt da sicherlich die Angst mit, dass besonders sein auf Radiokompatibilität angelegter Sound einfach überhört wird. In einer Zeit in der es kaum allgemeine Radiostationen und Musiksender gibt und das Internet eher den individuellen Nerd als den universellen Hörer hervorbringt, den sein eklektischer Radiosound vielleicht interessieren könnte, spekuliert Kenna darüber, ob seine Musik vor 20 Jahren nicht erfolgreicher gewesen wäre: "Ich weiß nicht ob die Leute heute Musik, die ihre Inspiration aus allen anderen Popmusiken bezieht, hören wollen

1 · 2 · 3

Tageshoroskop bei Yahoo!
 
Lifestyle RSS Feed
Lifestyle auf mein Yahoo!
Die häufigsten Fragen zu RSS 
 
 
Copyright © 2008 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten
Wir über uns - Hilfe - Jobs@Yahoo! - Yahoo! Services - Datenschutz - AGB