Ich habe mir den richtigen Job ausgesucht, um diese meine Persönlichkeit auszuleben. Als Politiker wäre ich gefährlicher, denn ich habe sicher ein größeres Interesse an Macht als daran, Leuten zu helfen."
Somit ist auch die Frage geklärt, warum Gonzales nicht als Rapper weitermachte, als sich die ersten Erfolge einstellten. Die Antwort ist einfach: "Weil ich damit nicht mehr genug Aufmerksamkeit erhielt. Ich hätte mich selbst daran gehindert, auf das nächste für meinen Ehrgeiz notwendige Level des Erfolgs zu kommen."
Obwohl er weiß, dass er darin nicht besonders gut ist, bildete er eine Allianz, arbeitet bis heute mit dem Produzenten Renaud Letang zusammen. Von Feist bis Jane Birkin habe er in den letzten fünf Jahren ungefähr zwölf Alben mitproduziert. "Ich halte mich unter Kontrolle, indem ich kollaboriere." Einerseits durch die Arbeit mit seinem Partner, von dem auch einige der Songs auf "Soft Power" handeln, andererseits, weil er sich eben sechs Monate in Feists Kopf festkralle. "Dabei unterdrücke ich mein Ego. Ich habe ein sehr großes und das ist ergo eine Menge Arbeit. Es geht eben nicht darum, alles an sich zu reißen." Er lacht. Trotzdem soll keiner glauben, dass das bisschen Urlaub von sich selbst Feuer löschen könnte. Das Album heißt nicht von ungefähr "Soft Power". "Der Begriff kommt aus der Politik. Ich habe immer noch Interesse an Macht, keine Frage, aber nicht auf die harte Tour."
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Autor: Claudia Nitsche/teleschau - der mediendienst
Bilder:
Universal
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