Ich finde den erhobenen Zeigefinger und Hehre-Kunst-Anspruch am Theater manchmal doch anstrengend. Beim Film geht es pragmatischer zu", so der Clint-Eastwood-Fan (weil in dessen Filmen Inhalte "nicht erlabert, sondern erzählt werden"). Und dann gebe es beim Film manchmal etwas, "das aus einem Moment heraus entsteht, der nicht wiederholbar ist". Christoph Hagen Dittmann ist sich auch nicht zu schade, zuzugeben, dass ein exotischer Drehort durchaus mal den Reiz an einer Rolle ausmachen kann. "Traumschiff' - warum nicht?"

Zuletzt verbanden sich Anspruch und Fernreise für Dittmann, als er in China für das Leinwand-Drama "John Rabe" mit Ulrich Tukur vor der Kamera stand. Doch er freut sich auch auf die Szenen für die ZDF-Serie "Hallo Robbie!" auf Rügen. Die Kamel-Imitation beherrscht er seit einem Aufenthalt in Tunesien für den Kurzfilm "Dangerous Animal". Er freundete sich sogar mit dem Trampeltier an, sagt er, aber Kamel-Reiten war für Dittmann nicht so ohne. "Ich habe schon manchmal Aufgaben, bei denen ich ein paar Ängste überwinden muss. Aber es gibt auch Dinge, die würde ich nicht machen: Spinnen anfassen!"

Als Schauspieler, der von seiner Kunst leben kann, fühlt sich Dittmann durchaus privilegiert. Sollte er bei sich selbst gar mal einen leichten Hang zum Höhenflug feststellen, dann weiß er aber, wie er sich wieder auf den Boden bringt: beim Werkeln an seinem Haus im Künstlerdorf Worpswede. Dort lebt er mittlerweile mit Ehefrau Monika, einer Gärtnerin, und da kommt das Architekturstudium doch noch zu seinem Recht. "Das ist was Ehrliches. Gerade, wenn man in Tokio war und als Hauptdarsteller gebauchpinselt wurde, hilft es, wenn zu Hause direkt dieses oder jenes wieder heile gemacht werden muss", lacht er. "Da habe ich auch noch ein neues Talent an mir entdeckt: mit Holz arbeiten", erzählt er und fügt nicht ohne Stolz hinzu: "Und meine Frau hat eine Mauer gezogen!"

Man kann sich also schwer vorstellen, dass dieses gesellige Nordlicht leicht an Bodenhaftung verliert. Wäre auch ungünstig bei einem seiner weiteren Hobbys: Motorradfahren. Ein Hauch von Zärtlichkeit kommt nun in die Stimme, wenn Christoph Hagen Dittmann von seiner CB 750 Four Honda spricht als "das erste Superbike, das es überhaupt gab!" Dumm nur, dass die Worpsweder Straßen so arm an Kurven sind, in die sich "der Kugelblitz" legen könnte. Da ist sie wieder - die Anspielung auf den Bauch. "Ein bisschen weniger dürfte es schon sein", räumt er ein. Doch irgendwie wäre dieser Christoph Hagen Dittmann dann vielleicht nicht mehr derselbe

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