Bernhard Hoëcker: Popstar mit Heavy-Metal-Kante
(tsch) Er ist kein Lautsprecher, er setzt seinen Humor niemals unter der Gürtellinie an, und er ist unprätentiös genug, um es zu vermeiden, allein durch sein Auftreten die Lacher auf sich zu ziehen. Bernhard Hoëcker will mehr als eindimensionales Gebrüll. Schlagfertig, witzig, ein bisschen schräg durch die Hintertür kommend und mit einer umfassenden Allgemeinbildung gesegnet - so kennt das Fernsehpublikum den 38-jährigen Witzbold seit vielen Jahren aus Sendungen wie "Switch", "Was denkt Deutschland", "Schillerstraße", "Genial daneben" und vielen anderen Comedyformaten. Auch in seinem zweiten Bühnenprogramm "Ich hab's gleich!" (Fr., 18. und 25. April, 0.15 Uhr, Sat.1), das der Bonner Comedian bereits über 140-mal spielte, präsentiert er "Gedankenlogistik vom Feinsten".
teleschau: Herr Hoëcker, seit 2005 touren Sie mit Ihrem Programm durch Deutschland - das nimmt Dylan-mäßige Züge an ... Ist das Ihre Art, endlich den alten Jungmännertraum von "Sex, Drugs und Rock'n'R

oll" auszuleben?
Bernhard Hoëcker: (lacht) Ja, wahrscheinlich schon. Obwohl, eigentlich stimmt das nicht: Ich fing mit diesen Liveauftritten schon als Junge an: als Jongleur bei Kindergeburtstagen. Später machte ich das bei Hochzeiten, Beerdigungen, Betriebsfeiern ... Mit Bastian Pastewka gründete ich Anfang der 90-er die "Comedy Crocodiles", dann folgte mein erstes richtiges Bühnenprogramm, die Aufritte wurden eigentlich immer professioneller, größer - unterbrochen nur von ein paar Jahren für die Fernseharbeit.
teleschau: Was ist das Schöne am Touralltag?
Hoëcker: Dass es die Leute prinzipiell nett finden, dass ich zu ihnen komme. Je kleiner das Dorf, um so freundlicher die Menschen. Und: Ich lerne Deutschland kennen. Keine Autobahn, auf der ich noch nicht gefahren

bin. Wenn ich um einen Auftritt herum ein bisschen Zeit habe, dann schaue ich mir die Gegend an. Es ist also ein bisschen wie Urlaub mit einer Stunde Arbeit am Ende. Die Arbeit selbst ist extrem direkt: Die Leute sitzen meistens weniger als zwei, drei Meter von mir entfernt, ich merke sehr schnell, ob ein Gag funktioniert. Das brauche ich.
teleschau: Jeder Abend eine andere Stadt und ein anderes Hotel - ist das schön?
Hoëcker: Nein, ständig die Hotels zu wechseln, ist lästig. Ich würde viel lieber mit dem Wohnmobil durchs Land fahren - wenn ich es nur nicht selber sauberhalten müsste. Es geht eigentlich ganz gut, weil ich versuche, meine Hobbys einfach mobil zu halten. Ich habe Puzzles und DVDs dabei und alles, was ich zum Geocachen (eine Art High-Tech-Schnitzeljagd mithilfe eines GPS-Empfängers, Hoëcker veröffentlichte 2007 das Buch: "Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers. Mit Geocaching zurück zur Natur", D. Red.)

brauche.
teleschau: Gar keine Backstage-Partys? Gibt es denn keine Comedian-Groupie-Szene?
Hoëcker: (lacht) Also, was da abgeht, ist so wild, dass es nichts für die Presse ist. Es gibt natürlich schon so etwas wie Fans. Ich weiß von Kollegen, bei denen sitzen 50-mal hintereinander die gleichen Damen in der ersten Reihe. Sogar ich erkenne manchmal ein paar Gesichter wieder ... Ich weiß gar nicht, wieso. Wahrscheinlich, weil Comedians immer mehr zu Popstars werden, oder?
teleschau: Fühlen Sie sich denn als Popstar?
Hoëcker: Wenn ich wüsste, was das ist
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