So etwas liegt natürlich nicht jeden Tag auf deinem Tisch. Trotzdem muss auch ich meine Miete und mein Essen bezahlen, deshalb nehme ich auch andere Projekte an und versuche dort, mein Bestes zu geben.
teleschau: Für "Der Tod meiner Schwester" durften Sie nach Südafrika fahren und wieder einmal mit Ihrem Entdecker, dem Regisseur Miguel Alexandre, zusammenarbeiten. War das der Grund für Ihre Zusage?
Bernadette Heerwagen: Ich drehe wahnsinnig gern mit Miguel, das ist wahr. Natürlich spielte auch Südafrika eine Rolle. Man hat uns allerdings verboten, auf eigene Faust die Umgebung von Kapstadt zu erkunden, weil das wohl zu gefährlich sei. Naiv, wie ich war, wollte ich mir an ein paar drehfreien Tagen ein Auto mieten und ein bisschen herumfahren. Da hat die Produktion ziemlich entsetzt reagiert, und im Endeffekt habe ich die meiste freie Zeit im Hotel verbracht.
teleschau: Wie war das noch mal, Miguel Alexandre hat sie als Schülerin während eines Filmprojektes entdeckt?
Bernadette Heerwagen: "Das filmende Klassenzimmer" ist ein Projekt in München, bei dem Kinder und Jugendliche von etwa 10 bis 15 Jahren selbst Filmstoffe entwickeln und einen Film drehen, natürlich unter Anleitung. Miguel Alexandre war damals noch Filmstudent an der Münchner Filmhochschule, und er bediente die Kamera in einem Film, bei dem ich aus Langeweile mitgespielt habe. Zwei Jahre später, das war 1995, rief er mich an, als er ein 17-jähriges Mädchen für die Hauptrolle seines Abschlussfilms "Nana" suchte.
teleschau: Er hat Ihnen bestimmt erklärt, warum er Sie zwei Jahre lang im Gedächtnis behalten hat, obwohl Sie sich nur kurz begegnet sind?
Bernadette Heerwagen: Das hat er damals nicht getan. Als wir 2005 wieder gemeinsam "Grüße aus Kaschmir" drehten, gestand er mit aber, dass er von diesem Wochenende so beeindruckt war, dass er sich damals sagte: Wenn er mal einen Film dreht, in dem Jugendliche vorkommen, wollte er mich anrufen. Er hat dann über die Bavaria Filmstudios meine Nummer rausgekriegt und mich tatsächlich kontaktiert.
teleschau: Sie sind also klassisch entdeckt worden und hatten vorher nie die Ambition, Schauspielerin zu werden? Kein Schultheater, kein künstlerisches Genpool in der Familie?
Bernadette Heerwagen: Nein, nichts davon. Mein Vater war früher beim Bundesgrenzschutz und betreibt heute eine Schule für Objekt- und Personenschutz in München. Meine Mutter war Hausfrau, hat sich um meinen Bruder und mich gekümmert. Heute arbeitet sie wieder - immerhin in der Verwaltung der Filmhochschule
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