"Bis ans Limit - Hightech im Sport" - Auf der Suche nach Perfektion
(tsch) Über 17 Weltrekorde wurden im Schwimmen aufgestellt, seit der Anzug LZR Racer des australischen Anbieters Speedo Mitte Februar erstmals zum Einsatz kam. Ein wundersamer Bodysuit, gefertigt aus einem Lycra-Nylon-Gemisch, das in vierjähriger Arbeit mithilfe von Weltraumforschern entwickelt wurde. Ein Anzug für Bond, wenn man so will. Verschweißt, nicht genäht. Gleichzeitig ist der LZR Racer Sinnbild für den Wandel im modernen Sport. Längst liefern sich nicht nur Athleten einen Wettlauf, sondern auch Wissenschaft und Technik. ARTE geht in einem Themenabend "Bis ans Limit" und zeigt in zwei Dokus, mit welchem ungeheuren Aufwand nach den entscheidenden Millimetern und -sekunden gesucht wird.
Stefano Tealdis Doku "Das letzte Prozent" (21.00 Uhr) liefert dabei verblüffende Einblicke in den Profi-Radsport. Der Filmemacher begleitete den Nachwuchsfahrer Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner ei

nige Monate lang - von der Saisonvorbereitung auf Mallorca bis hin zu den ersten Rennen - und erläutert dabei, wie ein Tross von Ernährungswissenschaftlern, Medizinern, Biomechanikern, Bionikern, Psychologen, Physiologen, Trainingswissenschaftlern, Materialkundler und auch Datenverarbeitern nur ein gemeinsames Ziel verfolgt: das biologische System Mensch für Höchstleistungen zu optimieren. Sie betreiben Höhentrainingsforschung und suchen im Labor und auf der Bahn die ideale Zeitfahrposition. Und natürlich ist das Rennmaterial selbst entscheidend, weshalb Tealdi einem hoch spezialisiertem Radkonstrukteur in der Schweiz einen Besuch abstattet.
Ein Meister seines Fachs ist auch Kristan Bromley, von allen nur ehrfürchtig "Doktor Eis" (21.55 Uhr) genannt. Der 36-jährige Brite hat sich

mit Leib und Seele dem Skeleton-Sport verschrieben und donnert heute, zwölf Jahre nach seinem ersten Rennen, immer noch erfolgreich kopfüber auf seinen selbst entworfenen Schlitten eine Rodelbahn herunter. Nach einer etwas schwächeren Saison 2006/07 gewann er 2007/08 erneut die Gesamtwertung des Weltcups. Früh hat der einstige Ingenieur von British Aerospace erkannt, dass Training und Forschung zwei Seiten derselben Medaille sind. Im Vorfeld der Winterspiele von Turin 2006 baute er deshalb die Strecke virtuell am Computer nach, um sich optimal darauf einzustellen. In sein Trainingsprogramm integriert er Motion-Capturing-Systeme, die auch beim Hollywood-Film "Beowulf" zum Einsatz kamen. All der Aufwand für ein Ziel: Gold bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver.
Ausstrahlung am 13.05.2008 um 21:00 Uhr auf ARTE
Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ZDF / Axel Engstfeld
ZDF / Stefano Strocchi
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