"Tausendmal wichtiger" sei ihm dieser Film, was das Handwerk betrifft, als der neue Bond. Das wahre "Abenteuer des Handwerks", das "Ausgesetztsein" erlebte er in dieser schwierigen Rolle.

Was hat er nicht alles schon gespielt - eine unter die Haut gehende Episode als geretteter KZ-Häftling in der HBO-Serie "Band of Brothers" ("Unter Brüdern") unter der Regie von Tom Hanks, einen Terroristen à la Bin Laden im Polit-Thriller "Fay Grim" unter Hal Hartleys Regie. Parallel zu den Bond-Dreharbeiten in diesem Jahr drehte er zudem einen verlorenen Mujahedin in dem mit Spannung erwarteten französischen Kinofilm "Secret défense". Und immer wieder auch historische Rollen. Er mag Kostümfilme besonders. In der deutsch-schweizer Produktion "Mein Name sei Bach" war er als Bachs verwegener Sohn Friedemann zu sehen, und demnächst in der zweiten Staffel der US-Serie "The Tudors" henkt er als Jean Rambeaud, Popstar- Scharfrichter des 16. Jahrhunderts, gar Anne Boleyn. Er liebt an Kostümfilmen "das große Drama", aber auch "den Ehrenkodex der Männer, egal ob nun böse oder gut". Seine Traumrolle ist die des Valmont in den "Gefährlichen Liebschaften". Schade, dass die ja nun schon John Malkovich schwer übertrefflich besetzt hält.

Taubman ist fürsorglicher Familienvater im Nebenberuf, er hat zwei Töchter mit seiner Lebenspartnerin, der Schauspielerin Claudia Michelsen. Er lebt in Berlin, in Charlottenburg. Er mag die Stadt, "weil sie stinkt", weil sie "Leben hat". Er setzt sie fast gleich mit seinem Lieblings-"Moloch" New York, wo er an der renommierten Schauspielschule "Circle in the Square" Anfang der Neunziger die "für mich beste Basis" bekam. Neulich, auf dem Rückflug von Panama, war er mal wieder für ein paar Tage da. Gerne ginge er dort mal wieder für länger hin.

Zurück zum Bösewicht - bei Bond im Besonderen, und im Allgemeinen: "Jeder Bösewicht hat eine Vergangenheit", erklärt er, "jeder Bösewicht ist ja von Hause aus erst mal gut. Er wird ja als weißes Blatt geboren." Er mag die Vielschichtigkeit, die Begründungen des Bösen. Im speziellen Fall vertraut er nun ganz auf Marc Forster, den Bond-Regisseur, weil der "jedem Gesicht bis ins Detail einen Inhalt zu geben versteht". Sein Partner Mathieu Amalric, mit dem er eng befreundet ist, sei eher zurückhaltend in seiner Rolle, er hingegen spiele eher den Spinner. Und - eben noch Joghurt - vergleicht er sich jetzt schon mit einem Wandbehang: "Ich bin die Tapete, er ist der Star. Die Tapete wird so lebendig sein, dass Mathieu noch mehr erstrahlt

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