Aleksandra Bechtel: Der alltägliche Kampf um den Hackbraten

(tsch) Wahrscheinlich würde sich Aleksandra Bechtel lieber der gefüllten Paprika widmen, die ihr gerade serviert wird. Doch mit vollem Mund spricht man eben nicht, und das Mittagessen verschwindet wieder unter einer Metallglocke. Dass sie seit drei Stunden Interviews gibt, lässt sie sich nicht anmerken. Schließlich muss sie auch als Moderatorin von "Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit" (ab 20. Mai, dienstags, 20.15 Uhr, RTL II) ihre Geduld beweisen. In der RTL-II-Doku-Soap begleitet die Blondine ahnungslose Menschen, die von ihrem Partner mit einem Heiratsantrag überrascht wurden und sich innerhalb von drei Tagen entscheiden müssen. Trotz des knurrenden Magens gibt die 35-Jährige gut gelaunt Auskunft übers Heiraten, Muttersein und Hackbratenverteidigen.

Obwohl die Hauptakteure der Hochzeitsdoku ihren großen Tag vor laufender Kamera planen und sich im besten Falle in der Sendung das Jawort geben, hält sich Aleksandra Bechtel über ihre eigene Heirat lieber bedeckt. Eine kleine Hochzeit im engsten Familienkreis sei es gewesen, so viel kann man ihr entlocken. Den Antrag habe ihr Mann Alexander gemacht: "Es war so, wie ich es mir vorstellte. Es war ein sehr schöner Moment, ich war allerdings nicht wahnsinnig überrascht. Ich dachte es mir schon, schließlich spricht man vorher darüber, ob man überhaupt heiraten will oder nicht", erklärt die Wahlkölnerin und leitet geschickt auf die Sendung über.

Aleksandra Bechtel, die in diesem Jahr ihren zweiten Hochzeitstag feiert, überbringt in "Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit" einem Ahnungslosen eine Videobotschaft von dessen Partner oder Partnerin. Der oder die Überraschte muss binnen drei Tagen entscheiden, ob er den Antrag annimmt oder nicht. Inzwischen bereitet der Andere irgendwo in einem südländischen Urlaubsparadies die Trauung vor, in der Hoffnung, dass der Partner tatsächlich vor dem Altar steht. Doch das sei nicht immer der Fall: "Es kam auch vor, dass 'Nein' gesagt wurde. Es war sehr emotional", verrät die Moderatorin mit den finnischen Wurzeln.

Dann muss sie vom "Heiratsengel" zur Trösterin werden und dem Paar helfen, mit der unangenehmen Situation fertig zu werden. "Wenn jemand zu einem 'Nein' tendiert, bin ich nicht dazu da, ihn zu überreden, doch 'Ja' zu sagen. Meine Aufgabe ist es, herauszufinden, warum derjenige nicht heiraten will und ihm zu helfen, zu seiner Entscheidung zu stehen." Sich zu trauen, nur weil ein Kamerateam dabei ist, hält Aleksandra Bechtel für keine gute Idee: "Allen muss klar sein, dass das kein Spiel ist. In der nächsten Woche sind die Kameras weg, aber sie bleiben verheiratet. Und eine Ehe sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen."

Über die Gründe der Kandidaten, vor laufende Kamera heiraten zu wollen, kann der bekennende "Traumhochzeit"-Fan nur spekulieren: "Die Menschen machen das möglicherweise, weil es ihnen gefällt, Trauungen im Fernsehen zu sehen. Ich sehe mir das ja auch sehr gern an." Ihre eigene Hochzeit feierte sie jedoch ohne Publikum: "Ich trete nicht gern mit intimen und privaten Details an die Öffentlichkeit. Für mich kam es nicht in Frage, wie andere Promis einen Fotografen auf meiner Hochzeit zu haben, der die ganze Zeit herumspringt, Fotos macht und sie dann an die Presse verkauft

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