teleschau: Ihr neues Album heißt "The Fall". Steckt hinter diesem Titel ein Konzept?
Norah Jones: Textlich gibt es eine Verbindung zu einer Reihe von Songs - in Richtung beider Wortbedeutungen:

"Fall" wie "Herbst" und "Fall" wie "fallen". Am meisten mag ich den Titel des Albums allerdings wegen dieser Mehrdeutigkeit.
teleschau: Von welchen Themen singen Sie?
Jones: Das müssen Sie sich anhören und selbst herausfinden! (lacht)
teleschau: Sie möchten also nicht darüber reden, wovon Sie singen?
Jones: Das Großartige am Songwriting und überhaupt an der Liebe zur Musik ist, dass jeder seine eigene Interpretation mitbringt. Wenn man sich meine Songs anhört, liegt ihre Bedeutung eigentlich auf der Hand. Trotzdem möchte ich niemandens Interpretation meiner Lieder zerstören, auch wenn sie sich von meiner unterscheidet. Ist es nicht wunderbar, dass jeder Mensch Lieder zu sich selbst in Beziehung setzt?
teleschau: Beim Lesen der Texte hatte ich den Eind

ruck, dass eine ganze Reihe Songs von der Angst einer jungen Frau vor dem Verlieben handeln. Liege ich richtig?
Jones: Sehen Sie, das ist nicht meine Interpretation - aber ich möchte Ihre nicht zerstören. Was immer Sie denken, es ist okay für mich.
teleschau: Sind Sie jemand, bei dem Liebe sehr stark über den Kopf funktioniert? Haben Sie Angst davor, jemanden zu dicht an sich heranzulassen?
Jones: Nicht unbedingt. Es gibt Zeiten im Leben, da hat man höhere Mauern um sich herum aufgebaut als sonst. Aber ich fürchte mich nicht vor Beziehungen - vor keiner Art von Beziehung. Beziehungen sind doch überaus menschlich - und vor allem machen sie das Leben schön.
teleschau: Der Sound Ihres neuen Albums unterscheidet sich von dem Ihrer bisherigen Platten. Sie haben ei

nen neuen Produzenten, Sie spielen viel Gitarre statt Klavier. Wünschen Sie sich, mehr Rock'n'Roll zu sein?
Jones: Nein, ich wollte nur etwas anderes probieren. Ich will nicht einen auf Rock machen, ich experimentiere mit einigen neuen Sounds. Tatsächlich habe ich in letzter Zeit mehr Gitarre gespielt. Es macht Spaß, das Kabel in einen Verstärker zu stecken, alles aufzudrehen und mit den Sounds herumzuspielen. Die Gitarre setzt mir Grenzen, denn ich kann sie nicht besonders gut spielen. Ich beherrsche ihre Sprache nicht so gut wie die des Klaviers. Aber gerade das macht Spaß - wenn man die Dinge auf das Wesentliche reduziert.
teleschau: Verfolgen Sie musikalisch ein neues Konzept? Sie haben den Produzenten gewechselt und arbeiten nun mit jemandem zusammen, der bekannt ist für seine Platten mit Rockbands und die Arbeit mit Tom Waits
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