teleschau: Ihr habt Euch als Belcanto-Sänger mit klassischer Ausbildung dazu entschlossen, eine Boygroup zu gründen, so sagen viele Kritiker. Wie lebt es sich mit diesem Vorwurf? Und wieso seid Ihr üb

erhaupt zu einem Casting für ein deutsches Pop-Projekt gegangen?
Peter Dasch: Wir hatten über verschiedene Quellen von diesem Projekt erfahren. Es wurden klassische Sänger gesucht, die deutsche Popsongs interpretieren. Mich hat das sehr interessiert. Zuerst mussten wir eine klassische Arie vorsingen und dann einen Popsong.
teleschau: Peter, hattest Du vorher als Bassbariton kein Glück? Oder hast Du neben Deiner Schwester, der Sopranistin Annette Dasch, keinen Raum für Dich gefunden?
Dasch: (lacht) Ich habe mich schon immer für beide Genres interessiert. Ich habe sowohl E-Gitarre gespielt und in einem A-cappella-Projekt Pop gesungen als auch klassische Musik studiert. Beides zu verbinden, fand ich spannend. Gerade Annette sagte: "Geh doch hin, das i

st doch genau das Richtige für dich!"
teleschau: Gibt es Anklagen aus dem Klassiklager à la: "Zuerst verstopfen sie unsere Musikhochschulen und dann singen sie Pop"?
Jandy Ganguly: Interessanterweise habe ich noch keine negativen Meldungen gehört, nur positive Resonanz! Es gibt bestimmt Leute, die Adoro nicht so toll finden, aber es gibt viel Respekt auch von Kollegen.
Dasch: Natürlich stoßen wir bei Klassikpuristen auf Skepsis. Und auch bei Klassik-Studenten, aber die wissen noch gar nicht, wie es später im Berufsleben abgeht. Wir singen ja trotzdem klassisch! Es sind trotz allem anspruchsvolle Stücke, und wir arbeiten das ganze Jahr über sehr hart. Und deshalb respektieren Leute, die sich unsere Arbeit genauer ansehen, diese auch.
teleschau:

Bekanntlich ist es schwer, im Klassikbetrieb Fuß zu fassen. Hattet Ihr vorher wenig Chancen?
Assaf Kacholi: Ich war gut beschäftigt, auch vor Adoro habe ich viel gesungen, von Barock bis moderne Musik, Oper, Musikfestivals ... Ich bin aber auch sehr gern ein Teil von Adoro. Und wenn es Adoro eines Tages nicht mehr geben sollte, können wir immer wieder zu Vorsingen gehen und bei neuen interessanten Produktionen mitsingen. Adoro ist ja keine Einbahnstraße, wir singen trotzdem mit unseren klassischen Stimmen.
teleschau: Wieso bevorzugt Ihr es, Lieder zu covern?
Dasch: Das liegt fast schon in unserer Kultur: Wir singen ja nur Bekanntes, auch in der Oper. Wir sind als Klassikmusiker per se Coverkünstler und keine Komponisten
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