"Kill Bill Vol. 1" - Der Rachefeldzug geht weiter

Bill ist tot. Sowohl auf der Leinwand als auch in der Realität. David Carradine kam im Sommer unter mysteriösen Umständen in einem Hotelzimmer in Bangkok ums Leben. Nichtsdestotrotz will Quentin Tarantino offenbar ein drittes Mal "Kill Bill" ausrufen. Der Kultregisseur plant Teil drei der Uma-Thurman-One-Woman-Show für 2014. Tarantino habe ihr schon ein paar seiner Ideen geschildert, erklärte die Blondine unlängst. "Und sie sind richtig gut." Bis zum nächsten Auftritt der "Braut" werden allerdings noch ein paar Jahre vergehen. ProSieben versüßt nun die Wartezeit mit "Kill Bill Vol. 1" (2003, Teil zwei: So., 13.12.).

Gnadenlos zoomt die Kamera auf das blutverschmierte Gesicht der jungen Frau. Auge in Auge sieht sie sich ihrem Mörder gegenüber, der ihr zum Lebewohl mit einem Taschentuch das Blut abwischt. "Bill" ist auf dem Stoff zu lesen. Bill kennt kein Erbarmen. Doch die "Braut", wie sie genannt wird, tut das auch nicht. Als sie fünf Jahre nach dem missglückten Mordanschlag aus dem Koma erwacht, bereitet die ehemalige Profi-Killerin "Black Mamba" (Uma Thurman) einen blutigen Rachefeldzug vor. Ihr finales Ziel: "Kill Bill".

Es ist der Auftakt einer bildgewaltigen Hommage an die Kung-Fu-Filme der 70er-Jahre. Für die Rolle des ominösen Bill reaktivierte Tarantino denn auch Carradine, den Star der Seventies-Serie "Kung Fu", der seinen großen Auftritt erst im zweiten Teil hat. Denn zunächst muss Bills Killerkommando, die Mitglieder der Deadly Viper Assassination Squad, zur Strecke gebracht werden. Vernita Green (Vivica A. Fox) und die Halbjapanerin O-Ren Ishii (Lucy Liu), die maßgeblich an dem Anschlag bei ihrer Hochzeit beteiligt waren, sind die Ersten auf der Todesliste.

Den Höhepunkt bildet im ersten Film die Konfrontation mit O-Ren, die mittlerweile zur Yakuza-Chefin von Tokio aufgestiegen ist. Im "Haus der Blauen Blätter" stehen sich die beiden zum Kampf auf Leben und Tod gegenüber. Hier wird eine durch und durch stilisierte Welt entworfen, die vorher von sämtlichen Bezügen zur Realität gründlich gereinigt wurde. Nirgendwo wird das deutlicher als in der perfekt choreografierten Kampfszene zwischen der Braut, O-Ren Ishii und ihren Leibwächtern, in der gleich literweise Kunstblut aus abgehackten Gliedmaßen sprudelt.

Gewalt und Brutalität sind Teil einer Inszenierung, die Tarantino ganz bewusst an der Grenze zur Karikatur angesiedelt hat. Indem er unterschiedliche Genres auf ungewöhnliche Weise miteinander kombiniert, erzielt er einige durchaus ironische Effekte: etwa, wenn das Samurai-Duell zwischen den beiden Kontrahentinnen von Flamenco-Rhythmen und einem Tex-Mex-Soundtrack untermalt wird. Mit seinen typischen Dialogen hält sich Tarantino allerdings stark zurück.
Ausstrahlung am 06.12.2009 um 22:25 Uhr auf ProSieben

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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder: ProSieben / Miramax Films / Dimension Films

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