Katarina Witt: "Meine Leistung ist mir nie egal"

Sie war 1988 die erste Bürgerin der DDR, die den Bambi erhielt. Ein Lohn für die Goldmedaille im Eiskunstlauf in Calgary. Vor allem aber ein Lohn für die Einigung eines Volkes, das zu diesem Zeitpunkt noch immer getrennt war, aber gemeinsam vor dem Bildschirm fieberte. Katarina Witt (43) erinnert sich gerne an diesen Abend von damals, als sie sich plötzlich in der Glamourwelt des Westens mit Vertretern aus Sport, Kultur, Wirtschaft und Politik wiederfand. Nun, 20 Jahre nach der Einheit, führt sie gemeinsam mit ARD-Sportmoderator Tom Bartels durch eine Bambi-Verleihung, die im Zeichen der Wiedervereinigung steht (Do., 26.11., ARD, 20.15 Uhr).

teleschau: Frau Witt, wenn Sie den "Bambi" mit einem sportlichen Wettbewerb vergleichen müssten ...

Katarina Witt: ... dann sind das schon die Olympischen Spiele. Umso mehr habe ich mich gefreut, als man mir die Moderation anbot. Das ist schon eine große Auszeichnung. Wobei Star des Abends natürlich der "Bambi" selbst ist. Und die Preisträger.

teleschau: Nach dem Ende Ihrer Eislaufkarriere suchten Sie sich zahlreiche neue Herausforderungen. Sie moderierten Shows bei ProSieben, zuletzt spielten Sie die Buhlschaft im Theaterstück "Jedermann" im Berliner Dom, nun der "Bambi". Was treibt sie immer wieder an?

Witt: Das mag schon dieser sportliche Ehrgeiz in mir sein. Auch im Sport darf man sich auf einem Weltmeistertitel nicht ausruhen. Mit diesem Wissen bin ich aufgewachsen. Einiges von dem, was ich gemacht habe, hatte ja auch direkt mit Eiskunstlauf zu tun. Nehmen sie die Show "Stars auf Eis" oder auch meine Tätigkeit als Expertin in der ARD. Die Buhlschaft zu spielen, war hingegen etwas komplett Neues für mich.

teleschau: Ist Nervosität bei all dem, was Sie tun, noch immer ein Begleiter?

Witt: Ja, sie gehört bei mir dazu. Wenn ich vor Publikum stehe, bin ich nervös. Und das muss auch so sein. Sonst wäre es Routine. Oder es würde mir egal sein. Aber meine Leistung ist mir nie egal.

teleschau: Sie waren 1988 die erste Bürgerin der DDR, die den Bambi erhielt. Und haben ihn eine Weile später aus Ärger über Berichterstattungen des Burda-Verlages zurückgegeben.

Witt (lacht): Ja, ein Jahr später schickte ich es wieder zurück ins Gatter. Aber ein weiteres Jahr darauf bat ich Hubert Burda, mir doch bitte mein Rehlein zurückzugeben.

teleschau: Was er auch getan hat.

Witt: Aber ja, jetzt steht er bei mir zuhause im Regal.

teleschau: Welche Erinnerungen haben Sie an die Verleihung?

Witt: Es war wirklich ein außergewöhnlicher Abend. Klar, ich kannte ähnlich glamouröse Veranstaltungen, etwa durch die Abschlussbanketts nach den Weltmeisterschaften. Aber da waren ja nur Sportler, die ich alle mit Namen kannte. Der "Bambi" war international. Sport, Wirtschaft, Politik, Kunst - aus allen Bereichen waren sie da. Dann dort oben auf der Bühne zu stehen und als eine Sportlerin aus dem Osten vom Westen gefeiert zu werden, das war schon ein verrückter Moment. Den Bambi erhielt ich ja dafür, dass der Sport grenzübergreifend seine Fans hatte. Das war schon ein besonderer Moment.

teleschau: Werden Sie im kommenden Jahr für die ARD bei den Olympischen Spielen in Vancouver sein?

Witt: Ja, ich werde wieder als Expertin fungieren

1 · 2

 
Lifestyle RSS Feed
Lifestyle auf mein Yahoo!
Die häufigsten Fragen zu RSS 
 
 
Copyright © 2009 Yahoo! Alle Rechte vorbehalten
Wir über uns - Hilfe - Jobs@Yahoo! - Yahoo! Services - Datenschutz - AGB - Impressum - Copyright-Richtlinien