"Ghost Rider" - Heizen, bis der Kopf brennt
Comics eignen sich hervorragend für eine Verfilmung, keine Frage. Wenn da nicht auch noch eine Geschichte wäre, die aufregend und packend erzählt werden will. Denn die filmische Dramaturgie stellt ganz andere Ansprüche als das Heftchen mit seinen Papier gewordenen Abenteuern. "Ghost Rider" (2007) zeigt, wie ambitioniert und manchmal eben doch fruchtlos Hollywood bemüht ist, einen Mythos wieder auferstehen zu lassen. Dabei hatte Nicolas Cage, der in seinem erklärten Lieblingscomic die Hauptrolle spielte, ganz viel Herzblut in die Filmadaption gesteckt, die hierzulande im Kino rund 740.000 Zuschauer sahen und nun bei ProSieben Free-TV-Premiere feiert. Unlängst wurde bekannt, dass es eine Fortsetzung von "Ghost Rider" geben wird. Auch hier soll wieder Nicolas Cage, der zuletzt eher durch seine Steuerschulden als seine Schauspielkünste für Aufsehen sorgte, über den Highway to Hell düsen. Der Starttermin ist für 2011 angesetzt.
Die auf sympathische Weise simple Mär vom naiven Heißsporn aus dem fahrenden Volk, der zur Heilung seines krebskranken Vaters einen Pakt mit dem Teufel schließt, muss in einer narrativ-geradlinigen Um

setzung eindimensional und schnöde wirken. Obwohl Regisseur Mark Steven Johnson seine Erzählung aus "Ghost Rider"-Bänden aus verschiedenen Jahrzehnten zusammenbaute, schöpfte er lange nicht aus der Vielfalt, die sich ihm bot.
Das Schicksal des gutgläubigen Verdammten hält ein buchstäbliches Feuerwerk an mythologischen Ansatzpunkten bereit. Als Kampfmaschine des Teufels jagt der Ghost Rider mit entflammtem Totenkopf zwischen den Schultern auf einer knatternden Harley Davidson durch die Nacht und soll mit jenen Ausgeburten der Hölle aufräumen, die Vater Mephisto herausfordern und die Welt in eine menschenleere Wüste verwandeln wollen.
Doch eigentlich kämpft der trotz Lederoutfit, Ketten-Behängung und bleichen Knochengesichts sympathisch bleibende Protagonist nicht für, sondern gegen den Seel

endieb aus der Unterwelt. Denn noch hat er den Glauben an die Liebe nicht aufgegeben und trifft zufällig wieder auf seine Jugendliebe, die ihm schließlich tatkräftig zur Seite steht, wenn es zum finalen Showdown kommt. Das ist alles so rasant inszeniert wie effektreich anzuschauen. Ein Shopper, der eine Feuerspur im Asphalt hinterlässt, und sonstige Flammenspiele machen den Film zur waren Freude für Pyromanen.
Cages schauspielerische Leistung als Getriebener ist allerdings keineswegs der Rede wert. Selbst Peter Fonda in der Rolle des Leibhaftigen wirkt in der Blässe seines Auftritts nur unfreiwillig komisch. Nur einmal darf Fonda mehr selbstreferenziell als zum Thema eine bewundernde Bemerkung über ein stählernes Ross abgeben. Nur wenige der "Ghost Rider"-Zuschauer werden sich aber an "Easy Rider" erinnern können. Und zwischendurch läuft Eva Mendes als kurviger Augenfänger durchs Bild. Dann ist der Film wirklich Comic.
Ausstrahlung am 06.12.2009 um 20:15 Uhr auf ProSieben
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Autor: Andreas Fischer/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / 2007 CPT Holdings, Inc.
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