"Es ist ein Elch entsprungen" - Geweih zu Weihnachten

Jürgen Tarrach schießt als schmieriger Jäger mit der Flinte, Mario Adorf schmunzelt als Weihnachtsmann, und Anja Kling sieht als gestresste Mutter wieder einmal gut aus. Alles wie gehabt in der Weihnachtskomödie "Es ist ein Elch entsprungen", wäre da nicht dieses animierte pelzige Ungetüm. Der Elch zeugt von internationaler Coolness: Mr. Moose heißt der kapitale Geweihträger, was nichts anderes bedeutet als Herr Elch. SAT.1 zeigt den Familienfilm von 2005 nun in einer Wiederholung. Inszeniert wurde das kinderkompatible Treiben von "Sams"-Regisseur Ben Verbong.

Viel Sinn macht der Name des tierischen Hauptdarstellers nicht, schließlich ist das Einzige, was der Elch mit englischsprachigen Regionen zu schaffen hat, ein Flugunglück über Irland, bei dem der Weihnachtsmann über der grünen Insel abgestürzt und der Elch mit Karacho über die irische See, den Ärmelkanal, die Beneluxstaaten bis tief hinein ins Oberallgäu gekracht ist.

Den Kindern gefällt's: Kiki (authentische Brillenschlange: Sarah Beck) und Bertil (als glaube er wirklich an den Weihnachtsmann: Raban Bieling) sind außer sich vor Aufregung. Endlich ein Haustier, ein sprechendes! Mr. Moose hat zwar einen französischen Akzent, aber schlechte Manieren: Beim gepflegten Fressen des trockenen Frühstücksmüslis aus der Salatschüssel entfährt ihm hin und wieder ein lautes Rülpsen. Das lockt den unangenehmen Vermieter und Nachbarn der Familie, Herrn Pannecke (Jürgen Tarrach), an, der viel zu gerne einmal einen Elch erlegen würde. Dass er auf seine Chance nicht bis zum nächsten Skandinavien-Urlaub warten muss, ahnt er bei der Entdeckung eines Kothaufens im Wald, den er sogleich einem Geruchs- und Geschmackstest unterzieht - für Kinder die wohl beste Szene des ganzen Films.

Ben Verbong ist mit "Es ist ein Elch entsprungen" ein durch und durch harmloser Weihnachtsspaß für die ganze Familie gelungen. Kindgerechte Komik, ein einfacher Handlungsablauf und überzeugend herausgearbeitete Figuren lassen den Film zu einem gut verträglichen Vorabendbonbon für die ganz Kleinen werden. Die nächsten Produktionen von Ben Verbong sind allerdings weniger jugendadäquat: Zurzeit dreht der 60-Jährige den Thriller "TAKIYE - In Gottes Namen". Es folgt das Drama "Die Totenwäscherin".
Ausstrahlung am 08.12.2009 um 20:15 Uhr auf SAT.1

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Autor: Franziska Kramer/teleschau - der mediendienst
Bilder: SAT.1 / Buena Vista International Television

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