Single und stolz darauf

Sie könnte fast Jeden haben. Will sie aber nicht. Damit wird sie zum prominenten Beispiel einer neuen Single-Generation

"Übrig geblieben", "alleinstehend", "single". Welch bemitleidenswerte Wesen das sein müssen – nicht nur, weil sich trotz unaufhörlicher Suche niemand erbarmen will, sie aus diesem Halb-Zustand zu befreien. Vor allem, weil es ganz offensichtlich einen Grund für die Ablehnung aus dem anderen Lager gibt. Was sind das für Menschen, die keinen abbekommen? Menschen wie Cameron Diaz. "Ich könnte in einer Beziehung sein, wenn ich wollte und dazu bereit wäre, aber beides trifft nicht zu", sagte Cameron Diaz im Interview mit der britischen Ausgabe des Magazins "GQ". Eine Frau, für die vermutlich die Hälfte aller deutschen Männer ihre Beziehungen in den Sand setzen würden.
Statt mit Justin Timberlake einen kuscheligen Videoabend zu verbringen oder ein Romantik-Wochenende in Paris zu buchen, hängt sie mit ihrer besten Freundin Drew Barrymore kiffend am Strand von Hawaii ab, um nach knackigen Jungs Ausschau zu halten. Was die 35-Jährige von oben beschriebenen Singles unterscheidet: Sie hat ihren Zustand freiwillig gewählt. Wie so viele andere.

Nicht besonders attraktiv, klug, lustig oder selbstbewusst – soweit das bisherige Image der typischen Single-Frau. Sonst würde es ja wohl endlich mit den Männern klappen. Auf der Coolness-Skala rangierte sie ebenfalls im unteren Bereich. Was kein Wunder ist, denn Singlepartys und an Disco-Outfits angeheftete Nummern machen sie nicht gerade zum Hauptcharakter in feuchten Männerträumen. Das alles ist jedoch Vergangenheit.
Wäre die gegenwärtige Single-Generation eine Marke, so wäre Cameron Diaz das perfekte Aushängeschild. Die TV-Serie "Sex And The City" hat im Jahr 1998 dem bedauernswerten Zustand, von niemandem gewollt zu werden, eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein verpasst. Die alleinstehende Frau von heute kauft Single-Kochbücher und hört Single-Songs. Sie geht immer noch in Diskotheken, aber erspart sich die Erniedrigung, sich dabei von ebenfalls alleinstehenden Männern aufdringlich anglotzen und anschließend auf einen Cocktail einladen zu lassen. Was nicht heißt, dass sie prinzipiell etwas gegen das andere Geschlecht einzuwenden hat. Wie Cameron Diaz: "Ich mag Männer. Ich bin verrückt nach ihnen, nach wie vor."

Autor: Silvia Weber

Quelle: www.vanityfair.de

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