Dass ich gleich für drei Filme unterschrieben habe, hat dem Studio natürlich genug Sicherheit gegeben, mir aber nicht unbedingt einen Vorteil verschafft. Ich bin trotzdem stolz auf die Filme und glaube, dass mich die Verantwortlichen auch für etwaige weitere Teile haben möchten. Entschieden habe ich mich aber noch nicht.
teleschau: Unter welchen Bedingungen wären Sie bereit, wieder ins Spinnenkostüm zu schlüpfen?
Maguire: Zunächst einmal muss ich gefragt werden. Sie haben mir zwar deutlich gemacht, dass sie eine weitere Zusammenarbeit begrüßen würden. Doch spielen für mich verschiedene Faktoren eine Rolle: Das Drehbuch muss mich überzeugen und darf sich nicht darauf beschränken, einfach die Bösewichter auszutauschen. Es muss eine wahrhaftige, ideenreiche Reise für Peter Parker sein, zu der ich Lust hätte. Außerdem geht nichts ohne Sam Raimi. Dann würde ich es vielleicht in Erwägung ziehen.
teleschau: Was war für Sie so neu und erfrischend am aktuellen Abenteuer?
Maguire: Mich reizte vor allem das Thema Vergebung. Außerdem wächst in Peter eine bisher unbekannte dunkle Seite. Er legt ein dunkles Kostüm an, was seine Veränderung klar vor Augen führt. Doch schon am Anfang des Films merkt man, dass er auch ohne geheimnisvollen Einfluss aus dem Weltall seine negativen Charaktereigenschaften auslebt: Er ist arrogant und egozentrisch. Alles dreht sich um ihn, was sich natürlich auch auf seine Beziehung auswirkt. Er verletzt Gefühle und sieht zunächst nicht, dass er sich immer mehr von den Menschen entfernt, die ihm am nächsten stehen.
teleschau: Ist Spider-Man durch seine dunkle Seite erstmals richtig cool?
Maguire: Zumindest er meint, dass er cool ist. Der Teil des Films hat mir besonderen Spaß gemacht. Ich denke auch, dass das Publikum seine Freude daran haben wird, wenn Peter durch die Straßen spaziert und sich wie ein Gockel aufführt.
teleschau: Dennoch wirkt Teil 3 ernster als die beiden Vorgänger. Was ist Ihrer Meinung nach die Grundaussage des Films?
Maguire: Die Welt funktioniert nun einmal nach dem Prinzip, dass sie nicht perfekt ist. Die Menschen verletzen gegenseitig ihre Gefühle, sie können nicht mit- und nicht ohne einander. Doch erst durch eine solch desolate Situation kann man sich vergeben. Das ist leicht gesagt, aber schwer zu realisieren. Der Film lehrt quasi, wie es klappen könnte, wie man also sich selbst und anderen vergeben lernt. Als Vater ist mir dieser Aspekt des Films besonders wichtig, obwohl meine Tochter erst fünfeinhalb Monate alt ist und den Film auf Jahre nicht sehen wird
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