"Sexreport 2008 - So lieben die Deutschen" - Oversexed & Underasked?

(tsch) Zweimal hat der Durchschnittsdeutsche, sofern es ihn gibt, in der Woche Sex. 36 Minuten lang, inklusive Vorspiel. 38 Prozent der Bevölkerung ist damit durchaus zufrieden, 53 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen helfen nach und onanieren mindestens einmal in der Woche. 71 Prozent der Deutschen praktizieren passiven Oralverkehr. Die, die das nicht tun, träumen zumindest davon. Ohnehin denkt jeder zweite Mann täglich an das Eine, aber nur jede dritte Frau ... Das alles und noch viel mehr hat unlängst der "Spiegel" aus einem riesigen Datenberg gewonnen. Dennoch glaubte ProSieben, dass weiterer Aufklärungsbedarf bestünde und gab im Mai kurzerhand "Deutschlands größte Sexualstudie" in Auftrag. Das Ergebnis ist nun in einem fünfteiligen "Sexreport" zu sehen. Als prominenten Paten und fachkundigen Kommentator für die fünfteilige Doku konnte man niemand Geringeren als Oswalt Kolle gewinnen ...

Auch ohne Standleitung ein befriedigendes Ergebnis: Mehr als 50.000 Deutsche sollen sich laut ProSieben im einvernehmlichen Datenverkehr durch die bis zu 200 Fragen über ihr Sexualleben gearbeitet haben, die man Mitte Mai auf der Seite www.sexstudie-deutschland.de zu Themen wie "Sexualität und Verlangen", "Pornografie, Prostitution und Internet" oder "Mein Körper" stellte.

Kein Quickie: Man musste sich schon eine halbe Stunde Zeit nehmen, um Harmloses wie "In welchem Alter hatten Sie zum ersten Mal Sex?" oder Tiefgehendes wie "Sind Sie mit Ihrem Geschlechtsteil zufrieden?" zu beantworten. Nur eine eindringliche Frage fehlte: "Kommen Sie sich doof vor, online Ihr gesamtes Sexualleben auszubreiten?" Schwacher Trost für alle Teilnehmer: Die Fragen wurden nicht nach Lust und Laune zusammengestellt, sondern gemeinsam mit der City University London und der Deutschen Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Sexualforschung (kurz: DGSS) konzipiert.

Nach Wochen der Auswertung will der Sender nun im großen "Sexreport 2008" verraten, wie die Deutschen wirklich ticken und vor allem: wie sie lieben. Dazu präsentiert ProSieben nicht nur schnöde Statistiken, sondern konfrontierte auch die Leute auf der Straße mit den Ergebnissen. Zusammen mit den Kommentaren von Oswalt Kolle soll auf diese Weise geklärt werden, wie es aktuell um die Sexualpraktiken der Menschen im Lande jenseits der Abgründe einer Charlotte Roche bestellt ist, wie das Internet die Sexualität beeinflusst und was die durch Werbung, HipHop und Handyvideos geprägte Jugend über Sex wirklich weiß.

Immerhin: Eine Ausgabe von "Die 100 nervigsten Stellungen" mit Ingolf Lück und ein schlüpfriges "Galileo Mystery"-Special, in dem sich Aiman Abdallah auf die Suche nach dem G-Punkt begibt, erspart ProSieben den Zuschauern vorerst. Ein Nachspiel hat die Sache trotzdem: Im Anschluss an die Erstausgabe von "Sexreport 2008" gräbt ProSieben nicht nur die Aufklärungsfilme "Das Wunder der Liebe 1 und 2" (00.00 / 01.45 Uhr) von Oswalt Kolle aus, die in den späten 60-ern und 70-ern für Furore sorgten. Auch B-Promis wie Dolly Buster, Desiree Nick oder Jürgen Milsky plaudern munter übers Poppen und zeigen in der Clip-Kommentar-Show "All about Sex" (ab 23.00 Uhr), wie fit sie in Liebesdingen bewandert sind.
Ausstrahlung am 20.09.2008 um 22:10 Uhr auf ProSieben Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder: Bilderfest / ProSieben ProSieben

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