Ganoven, Giftschlangen und ein paar Geistesblitze: Die zehn besten Spielfilme zu Pfingsten (30.05. bis 01.06.)

Religiöse Menschen lamentieren ja recht gerne, heute wisse kaum mehr jemand um die Bedeutung der Feiertage. Bloß frei haben alle mit Freude. Das Pfingstfest macht es einem aber auch nicht leicht. Um die Entsendung des Heiligen Geistes geht es hier unter anderem. Von geistreicher Fernsehunterhaltung zum verlängerten Wochenende war in den vergangenen Jahren jedoch selten einmal etwas zu spüren. Im Vergleich zum zurückliegenden Osterprogramm mit seinen zahlreichen Free-TV-Premieren hinkt das Pfingstangebot auch in diesem Jahr hinterher. Dennoch offenbart die Liste der zehn besten Feiertagsfilme durchaus ein paar Highlights.

1) "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" (2004, Samstag, 30.05., 20.15 Uhr, RTL): Das Pfingstwochenende startet eher durchwachsen. "Am Rande des Wahnsinns" ist der reichlich überdrehte Nachfolger der Erfolgskomödie "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" (2001) untertitelt. "Am Rande des Schwachsinns" wäre ebenfalls plausibel gewesen. Die chronisch tollpatschige Titelfigur wird unter anderem wegen Kokainbesitzes in Thailand festgenommen. Doch als herrlich wuschige Mittdreißigerin mit der Lizenz zum Herzschmerz hält Renée Zellweger in ihrer Paraderolle das überspannte Drehbuch gerade noch zusammen. Unterhaltsam ist es allemal.

2) "House of Wax" (2005, Samstag, 30.05., 22.25 Uhr, ProSieben): Heilige Geister sucht der Pfingstzuschauer im Horrorstreifen "House of Wax" vergebens. Doch hier gibt es immerhin eine Geisterstadt. Dorthin - genauer: in die Fänge eines untoten Wachsfigurenkabinetts - verschlägt es eine Gruppe All-American-Teenies um "24"-Schönheit Elisha Cuthbert und Promiblondine Paris Hilton. Der schlichten Skandalnudel gehört zweifellos die beste Pointe des Films: Bei ihrem Ableben verliert sie ausgerechnet ihr Gehirn. Und nein, schauspielern liegt der Hotelierstochter nicht wirklich. Fällt bei den exzellenten Special Effects aber nicht weiter ins Gewicht.

3) "Alpha Dog - Tödliche Freundschaft" (2006, Samstag, 30.05., 00.15 Uhr, RTL): Ein Jugenddrama von ganz anderem Kaliber ist Nick Cassavetes' "Alpha Dog", das RTL als Free-TV-Premiere zeigt. Emile Hirsch ("Into the Wild") verkörpert mit fesselnder Überheblichkeit und Härte eine authentische Gestalt von zweifelhaftem Ruhm: den jüngsten Kriminellen, der es auf die Most-Wanted-Liste des FBI schaffte. Chronologisch, distanziert, scheinbar dokumentarisch zeichnet der klarsichtige Film eine Spirale jugendlicher Gewaltexzesse bis zum Mord.

4) "Disneys Dinosaurier" (2000, Sonntag, 31.05., 20.15 Uhr, RTL): Auch eine Free-TV-Premiere ist die Ausstrahlung des Urzeit-Märchens "Disneys Dinosaurier". Überraschenderweise, kam das 130 Millionen Dollar teure Animationsspektakel doch bereits vor stolzen neun Jahren ins Kino. Zwar glänzt die Story um den Saurier-Waisen Aladar nicht gerade mit innovativen Einfällen. Aber der ungeheure tricktechnische Aufwand ist noch heute staunenswert - eine kindgerechte Botschaft gibt's obendrein.

5) "Welcome to the Jungle" (Sonntag, 31.05., 20.15 Uhr, ProSieben): Eher kindisch als kindgerecht ist die testosteronbenebelte Urwald-Farce "Welcome to the Jungle" mit Dwayne "The Rock" Johnson

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