teleschau: Was habt Ihr in der Zeit nach dem letzten Album gemacht?
Cappuccino: Wir haben eine Theaterproduktion in Braunschweig auf die Beine gestellt, die ablief wie "Deutschland sucht den Su

perstar". Aus verschiedenen Stadtteilen konnten Leute ihre Künstler in diesen Wettbewerb schicken. Das Ding war nur, das Ganze war totaler Fake, jeder Künstler war ein Mitglied der Jazzkantine oder ein Schauspieler des Staatstheaters. Zum Beispiel war aus einem sozial eher schwachen Gebiet ein Rapper da, der 200 Kilo wog und aus Russland kam. Den habe ich gespielt. Du weißt, ich wiege circa 20 Kilo. Man hat mir dafür einen dicken Anzug übergestülpt, und ich musste einen russischen Akzent einüben. Eine große Tageszeitung und die Stadtmagazine haben mitgespielt. Alles war bis ins kleinste Detail durchdacht, und natürlich haben unheimlich viele Leute geglaubt, dass das alles echt ist. Wie bei Hape Kerkeling, wo man weiß, dass das doch eigentlich nicht sein kann, dass jema

nd so drauf ist, aber es dann irgendwie doch glaubt. Wir kriegen jetzt noch Anrufe mit Bewerbungen für die zweite Staffel!
teleschau: Unglaublich! Deshalb die lange Pause?
Cappuccino: Ein paar von uns haben auch Kinder bekommen, und wir waren alle froh, dass wir wegen dieser Kids nun mehr Konzerte daheim spielen konnten. Außerdem braucht es eine lange Zeit, wenn man eine Produktion einspielt, mit der zehn Leute zufrieden sein sollen. Wir haben nämlich schon eine komplette neue Jazzkantine-CD in der Schublade, aber irgendwie ist das Rockprojekt immer mehr in der Vordergrund gerückt, sodass wir das zuerst herausgebracht haben.
teleschau: War das angesichts des Crooner-Swing-40-ies-Revivals, in Zeiten von Roger Cicero und Sinatra-Epigonen angesagt, Metal in diesen Sound zu packen?
Cappuccino: Eher umgekehrt! Jeder, der mal auf unseren Konzerten war, weiß, dass wir nicht nur Jazz, HipHop oder Reggae mischen, sondern dass wir auch Funk und alle andere Musikrichtungen einmixen. Auch Rock. Wir haben schon öfter "Walk This Way", AC/DC oder "Smoke On The Water" in unserem Sound live gespielt. Christian Eitner und einige von uns waren als Teenies mal ganz große Rockfans. Eitner war der größte AC/DC-Fan aller Zeiten. Deshalb hat sich die Idee immer mehr zugespitzt. Wir haben angefangen, eine dieser Nummern aufzunehmen, und irgendwann ist dann ein ganzes autarkes "Rock"-Album daraus geworden.
teleschau: Wie ist denn Dein persönliches Verhältnis zu Rock, so als Rapper?
Cappuccino: Ich komme natürlich überhaupt nicht aus der Rockabteilung
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