Wenn Sexbomben nur Frösche küssen: Der Dokumentarfilm "Die Deutschlandfalle" (Mittwoch, 30.07., 22.45 Uhr, ARD) porträtiert brasilianische "Heiratsmig
(tsch) Wenn Brasilianerinnen träumen ... Dann kommt ihnen dabei - man mag's erstaunlich finden oder nicht - besonders häufig der deutsche Mann in den Sinn. Filmemacher Daniel Targownik weiß: "Es ist der Traum vom Märchenprinzen, der sie heiratet und in eine bessere Welt mitnimmt, in eine Welt ohne Gewalt und Armut - nach Deutschland." Für viele von ihnen erweise sich der Traum jedoch als Albtraum. Gemeinsam mit seiner Frau Paula, einer Brasilianerin, porträtierte Targownik junge Brasilianerinnen auf der Suche nach dem Glück. Der SWR-Dokumentarfilm "Die Deutschlandfalle" (Mittwoch, 30. Juli, 22.45 Uhr, ARD) erzählt vom Scheitern, aber auch vom unbedingten Willen der "Heiratsmigrantinnen", sich trotzdem in der deutschen Gesellschaft zu behaupten.
teleschau: Herr Targownik, Sie sind mit einer Brasilianerin verheiratet, Sie drehten diesen Film gemeinsam. Wie wurden Sie auf die weniger glimpflich verlaufenden deutsch-brasilianischen Beziehungen a

ufmerksam?
Daniel Targownik: Es begann mit Geschichten aus dem Bekanntenkreis. Mit Familien, die sich eine Brasilianerin nach Deutschland einluden, um sie als Haushaltshilfe zu beschäftigen. Die Frauen erhielten von ihnen das Geld für den Flug, das sie in Deutschland abarbeiten sollten - eine sparsame, zunächst für alle Beteiligten akzeptable Lösung. Sie müssen wissen: Deutschland ist für Frauen aus Brasilien eine Riesenchance, das Gehalt in Deutschland beträgt ein Vielfaches dessen, was sie in Brasilien verdienen können. Das Problem: Nach wenigen Wochen waren diese Frauen weg. Ein Phänomen, dem wir nachgingen.
teleschau: Wohin verschwanden die Frauen?
Targownik: Einer unserer Bekannten fand heraus, dass seine Haushaltshilfe nun

irgendwo im Ruhrgebiet lebt und geheiratet hat - nach drei Wochen in Deutschland. Bei der Recherche wurde klar, dass so etwas oft passiert. Wir trafen auch bald auf Brasilianerinnen, die uns offen erzählten, dass sie anderen Frauen aus Brasilien beim Finden von deutschen Ehepartnern behilflich sind.
teleschau: Sie sprechen von Frauenhandel?
Targownik: Nein. Das mag in einigen Fällen eine Rolle spielen, und wir wissen, dass auch Brasilianerinnen zur Prostitution rekrutiert werden. Aber dies war nicht unser Thema. Wir erzählen die Geschichte von Frauen, die von einem besseren Leben träumen und ganz legal nach Deutschland kommen.
teleschau: Traumziel Deutschland? Im Land der Fernweh-Dokus wird man's kaum glauben ...
Targown

ik: Aber so ist es nun mal. Europa ist für Brasilianer exotisch, eine bessere Welt - genauso wie für uns Deutsche, sofern wir noch nicht in Brasilien waren, alles Brasilianische attraktiv wirkt, so bunt und farbenfroh. Klischees und größtenteils völlig falsche Vorstellungen gibt es auf beiden Seiten.
teleschau: Wie sieht der Traum konkret aus?
Targownik: Für die Mehrheit steht nicht das Geld im Vordergrund. Vielen Frauen geht es um das bessere Leben an sich: In Brasilien gibt es viele Machos, viele Frauen sind daheim und auf der Straße häufig mit Gewalt konfrontiert. Es gibt dort ungemein viele verlassene, alleinstehende, vom Leben enttäuschte Frauen, und die glauben, dass in einem Land wie Deutschland alles besser ist, und warten oft Jahre auf eine Gelegenheit, um nach Europa zu kommen
1
·
2
·
3
·
4