"Revenge of the Warrior - Tom yum goong" - Schneller, härter, dümmer
(tsch) "Ong-Bak" war simpel und vorhersehbar. Trotzdem riefen Fans des Action-Genres lauthals "Jaa!". Es war Hauptdarsteller Tony Jaa, dem der Applaus galt und der sofort als Bruce Lees Erbe gehandelt wurde - zu Recht. Derart waghalsige Stunts und spektakuläre Moves hatten nicht mal Jackie Chan und Jet Li in ihren besten Tagen auf dem Kasten! Allerdings litt der Martial-Arts-Streifen unter der Sparten-Krankheit des Plot-Schwunds und an der grassierenden Synchronisationsschwäche. Mit "Revenge of the Warrior - Tom yum goong" kam 2005 ein Film in die Kinos, an dem dasselbe Team arbeitete wie an "Ong-Bak". Leider serviert die ProSieben-Free-TV-Premiere die alten Schwächen in neuem Gewand.
Zu Anfang führt "Revenge of the Warrior" in den Kosmos des Elefantenführers Kham (Tony Jaa) ein, den australische Wilderer seines Dickhäuters berauben und dessen Eltern sie töten. Allzu platt präsenti

ert sich die Story, in dessen Verlauf Kham auf einen blutrünstigen Rachefeldzug geht. Die deutsche Version wurde jedoch um rund eine Viertelstunde gekürzt, um den Film rasanter zu machen. Dadurch schafften es etliche Handlungssequenzen nicht über den Schneideraum hinweg, was im Plot Lücken klaffen lässt.
Martial-Arts-Fans sollte das jedoch nicht weiter stören. Denn wenn Tony Jaa ganze Heerscharen von Schurken eindrucksvoll über den Jordan schickt, kommt man aus dem Staunen nicht wieder heraus. Sämtliche irrsinnige Stunts führte der heute 32-Jährige ohne Double, ohne Seile und ohne doppelte Böden durch. Virtuos wirbelt der drahtige Akrobat durch die Luft, tritt, schlägt und metzelt, was das Zeug hält. In einer wahnwitzigen Sequenz prügelt er sich über vier Minu

ten diverse Etagen eines Restaurants empor. Kein einziges Mal musste die Szene geschnitten werden: Jaa, der vor Kurzem "Ong Bak 2" abdrehte, absolvierte sie in einem Rutsch.
So unglaublich die Martial-Arts-Szenen auch sein mögen, so mager ist das schauspielerische Können der Darsteller. Selbst Perttary Wongkamlao, der im Vorgänger trottelig für einige Lacher sorgte, scheint seinen Humor für die vordergründige Ernsthaftigkeit geopfert zu haben. Zudem kopiert "Revenge of the Warrior" den Quasi-Vorgänger "Ong-Bak" thematisch: Was damals der Kopf einer Buddha-Statue war, sind jetzt Elefanten. Wo sich damals der Dorfjunge in der Stadt zurechtfinden musste, bahnt er sich nun auf einem fremden Kontinent seinen Weg. Neben dem atemberaubenden Action-Fundament hat "Revenge of the Warrior" deshalb leider nahezu nichts zu bieten.
Ausstrahlung am 24.08.2008 um 22:40 Uhr auf ProSieben
Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / e-m-s
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