"Raging Sharks - Killer aus der Tiefe" - Wie kommt das Alien auf den Meeresgrund?

(tsch) Die Story klingt nach einer amüsanten Parodie, aber komisch ist "Raging Sharks - Killer aus der Tiefe" eher unfreiwillig. Nicht nur wegen der hanebüchenen Geschichte und offensichtlichen Logikfehlern. Auch die hierzulande weitgehend unbekannten, dafür stets korrekt gestylten Darsteller dürften den weniger Begnadeten ihres Metiers angehören, und die Plastik-Haie - nun ja, bedrohlich ist was anderes. Am ulkigsten aber ist die Begründung dafür, warum die Tiere aggressiv werden: Aliens! Den lustigen Genre-Mix von 2005 fischt nun ProSieben erneut aus den Untiefen des Archivs.

Es beginnt im Weltall: Während zwei Außerirdische in ihrem Labor herumpanschen, prallt ein anderes Raumschiff auf ihres. Durch den Crash plumpsen Container mit einer seltsam leuchtenden Substanz mitten ins Bermuda-Dreieck, wo per se das Unheil lauert. Fünf Jahre später machen sich die Auswirkungen einer unglücklichen Verkettung der Ereignisse auf verheerende Weise bemerkbar: Völlig verstrahlte Haie entwickeln große Aggressionen und Appetit auf Menschenfleisch. Besonders anschaulich ist das inszeniert, wie sie diesen vor einem belebten Strand zu stillen versuchen.

Schließlich attackieren die Viecher die Unterwasser-Forschungsstation Oshona, wo die ominösen orangen Partikel aus dem All bereits im Labor untersucht werden. "Interessant. Faszinierend", kommentiert der Wissenschaftler in einer Mr. Spock angemessenen Knappheit seine Ergebnisse. Nach dem Angriff durch die Haie entschließt sich Dr. Mike Olsen (Corin Nemec), seinen Job nach zehn Jahren Tauchstation doch noch nicht aufzugeben. Seine Frau Linda (Vanessa Angel, deren Lippen-Schönheits-OP vermutlich auch aus dem Ruder lief), ebenfalls Forscherin aus Leidenschaft, hilft ihm dabei, nicht nur gegen die Haie, sondern auch gegen einen menschlichen Bösewicht (Todd Jensen) zu kämpfen. Bis hin zum wirren Ende, an dem die beiden Aliens wieder auftauchen, wird die abstruse Handlung begleitet von einem opernartig pompösen Soundtrack.

Schade um die Idee von Drehbuchautor Les Weldon, der gemeinsam mit dem Regisseur Danny Lerner schon ähnlich unterirdische Actionabenteuer vom Kaliber "Today You Die" (mit Steven Seagal) stemmte. Denn aus "Raging Sharks", diesem verseuchten Ozean von TV-Produktion, hätte eine echt gute Komödie werden können.
Ausstrahlung am 16.08.2008 um 00:10 Uhr auf ProSieben Autor: Mona Petri/teleschau - der mediendienst
Bilder: ProSieben / 2004 Sharky Productions A.V.V.

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