Pistolen-Stakkato und Rhythmus-Maschine: Im Themenabend "Black Is Beautiful" feiert ARTE die schwarzen Seventies-Ikonen John Shaft und James Brown (Di
(tsch) Er war der schwarze James Bond. Der New Yorker Privatdetektiv John Shaft, verkörpert von Richard Roundtree. Im Gegensatz zum englischen Gentleman-Kollegen ermittelte Shaft nicht nur befreit von der Fessel der Monogamie. Er durfte zudem derbe Flüche ausstoßen und seine Freunde in Harlem "Brüder" nennen. "Shaft" von 1970 gilt als Genreklassiker des "Blaxploitation"-Kinos. Hollywood produzierte den Streifen für etwas mehr als eine Million Dollar, das Zwölffache kam wieder herein. Im gleichen Jahr veröffentlichte James Brown, ein weiterer schwarzer Held der frühen Siebziger, das Live-Album "Sex Machine". Es befreite die Popmusik von Strophe und Refrain. Mit "Shaft", der James Brown-Dokumentation "Mr. Brown" (22.40 Uhr) und dem Konzertfilm "James Brown - Body Heat" von 1979 (23.40 Uhr) beleuchtet ARTE am Dienstag, 22. Juli, den kulturellen Aufbruch des schwarzen Amerikas zu Beginn der 70er-Jahre - im Rahmen seines Schwerpunktes "Summer of the 70s".
Wenige Jahre bevor Ende der 70-er das Phänomen HipHop im New Yorker Stadtteil Harlem langsam Fahrt aufnahm, gab es die Bilder und Protagonisten aus den Rap-Songs bereits im Film: "Blaxploitation" hieß

das Genre, in dem es um Gangster, Zuhälter, Dealer und Cops ging. Man schoss und prügelte sich, man rauchte und fluchte - das Ganze in ziemlich coolen Klamotten und mit großartigen Afro-Frisuren. Dazu zuckten Funkrhythmen, und es jaulte die Wah-Wah-Gitarre, eben so wie im Oscar-prämierten "Theme from Shaft" von Isaac Hayes. "Blaxploitation" war eine Wortschöpfung aus "Black" und "Exploitation" - zu Deutsch Ausbeutung - da es in der Regel weißes Geld war, das die schwarzen Klischees ausbeutete: der Afroamerikaner als wilde, ungezügelte Kreatur, die sich in ihrem brutalen Alltag zurechtfinden musste.
Filme wie "Shaft", "Super Fly" (1972) oder "Black Caesar" (1973), übrigens mit einem Soundtrack von James Brown, wurden explizit für ein schwarzes

Publikum produziert. 1970/71 hatte Hollywood verstanden, dass auch schwarze Amerikaner eine Zielgruppe waren. Eine, die es nach schwarzen Helden dürstete. Dieser Erkenntnis durchaus förderlich war der Erfolg des Underground-Streifens "Sweet Sweet Back's Baad Asss Song", eine grell-psychedelische Ballade über einen afroamerikanischen Gangster, der zwei rassistische Cops killt und fliehen muss.
Der Indie-Film des schwarzen Regisseurs Melvin Van Peebles - ebenfalls ein kommerzieller Erfolg seiner Zeit - gilt als Vorbild und gleichermaßen Gegenstück zu "Shaft". Während der "schwarze James Bond" ein Held von Hollywoods Gnaden war, drehte Autorenfilmer und Hauptdarsteller Van Peebles seinen Streifen unabhängig von den großen Studios, arbeitete vor a

llem mit Laiendarstellern aus der schwarzen Community. Arte sendet das selten gezeigte Zeitdokument zum Abschluss des "Black Is Beautiful"-Abends um 0.45 Uhr.
Zwischen John Shaft, dem smarten Afroamerikaner im Ledermantel, und dem schwarzen Indie-Film von 1970 schwitzt sich "The Hardest Working Man in Showbusiness" durch zwei Dokumentationen: James Brown - als meistgesampelster Künstler aller Zeiten ebenso Referenzfigur des HipHop, nicht nur musikalisch, sondern auch was seine wilde und einzigartige Karriere betrifft. 1933 in Barnwell, South Carolina, geboren - prägte Brown über vier Jahrzehnte Popgeschichte: Indem er schon in den frühen Sechzigern auf der Bühne ächzte, stöhnte und sich auf den Boden warf. Indem er der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung ein selbstbewusstes "Say It Loud, I'm Black And I'm Proud" zurief
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