Nie mehr ohne! Ein Fernseh-Drama thematisiert das Problem Krankenkassen-Chipkartenmissbrauch
(tsch) Ohne Krankenversicherung durchs Leben? Geht nicht! - Denn ohne Zweifel käme der Verzicht auf den Schutz einem Russischen Roulette gleich. Seit dem 1. April 2007 gibt es deshalb eine gesetzliche Pflicht zur Krankenversicherung. Und doch sind nach den jüngsten Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums über 200.000 Bundesbürger "ohne": Menschen, die sich das nicht leisten können oder wollen, auch solche, die von den Kassen ausgeschlossen wurden, nachdem sie mehrmals den Beitrag säumig waren. Sicher kein Thema für das abendliche Unterhaltungsprogramm, möchte man meinen. Doch der Fernsehfilm "Ein riskantes Spiel", der am Freitag, 1. August, 21.00 Uhr, bei ARTE erstausgestrahlt wird, erzählt nun eine solche Geschichte, und auch wenn dem Film kein aufgesetzter missionarischer Eifer nachgesagt werden kann und alles frei erfunden ist, wirkt er doch als nachhaltige Mahnung.
Autorin Frauke Hunfeld, eine "Stern"-Journalistin, die auch schon zu hochkarätigen Produktionen wie "Ich wollte nicht töten" die Vorlage lieferte, schrieb das Buch zu einem bemerkenswert realitätsnahe

n Film, der von Regisseur Johannes Fabrick packend inszeniert wurde und mit Wotan Wilke Möhring (41), Tim Bergmann (36) sowie Sophie von Kessel (39) drei herausragenden Schauspielern viel Raum zur Entfaltung bietet. Vordergründig wird hier die Geschichte einer auf die Probe gestellten Männerfreundschaft erzählt. Doch im Hintergrund schwelt das Problem, das ein Mensch bekommen kann, der an alles gedacht hat, nur nicht an eine Krankheit oder besser: an seine Gesundheit.
Zum Arzt? Das geht nicht, entgegnet der von Übelkeit geplagte Markus (Bergmann), als ihm sein Kumpel Andreas (Möhring) dringend rät, sich untersuchen zu lassen. Seit Jahren lebt der freischaffende Architekt ohne Krankenversicherung. Die schlechte Auftragslage ... und ein Hang zum

Leichtsinn. Schließlich überzeugt ihn sein Freund aber davon, sich untersuchen zu lassen, und leiht ihm dafür seine Versicherungskarte. Ein Freundschaftsdienst, ein kleiner Schwindel nur. Doch keiner kann ahnen, dass dies der Beginn einer dramatischen Krankheitsgeschichte und eines fatalen Betrugs sein wird. Markus hat Krebs.
Alles rein fiktiv, klar. Aber als Patient, der sich mit falscher Chipkarte und unter falschem Namen behandeln lässt, wäre Markus wahrlich kein Einzelfall. "Rund eine Milliarde Euro Schaden entstand so in den Jahren 2001 und 2002 für die Krankenversicherten und die niedergelassenen Ärzte", sagt Martin Eulitz, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. Auch die Klientel im Film passt ins reale Bild. In einem Beitrag für die ARD / MDR-Sendung "Fakt" ließ sich Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten, 2005 mit den Worten zitieren: "Es sind mittlerweile die kleinen Selbstständigen; diese Leute, die wirklich versuchen, nicht dem Staat, also uns allen, zur Last zu fallen, sondern die versuchen, selbst was auf die Beine zu stellen - die sind gefährdet!"
Während Schauspieler Tim Bergmann, der den Krebs-Patienten durchaus beeindruckend verkörpert, nach eigener Auskunft bei diesem Thema kaum mitreden kann ("Ich selbst war immer versichert und werde es immer sein"), ist Wotan Wilke Möhring die Problematik nicht fremd: "Ein Freund von mir, ein Künstler aus München, ist nicht krankenversichert. Der Taxifahrer, der mich zum Flughafen brachte, ist Privatunternehmer und ebenfalls nicht versichert
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