Monika Reithofer: Models sind kein Ideal
(tsch) "Big is beautiful" könnte das Motto der ZDF-Komödie "Molly & Mops" lauten, die am Mittwoch, 27. August, 20.15 Uhr, ausgestrahlt wird. Hauptdarstellerin Monika Reithofer ist eine selbstbewusste junge Frau, die diese Botschaft äußerst überzeugend in die Welt tragen könnte. Doch die 22-Jährige erstickt jeden Versuch, sie zur Gallionsfigur eines Starke-Frauen-Trends zu machen im Ansatz. "Man kann mich durchaus als schlank bezeichnen. Ich bin zwar nicht dünn und habe nicht die klassische Bikinifigur, aber ich bin normalgewichtig. Es ist schlimm, wenn Frauen mit meiner Figur heutzutage denken, sie seien mollig. Das wird von den Medien so geprägt." Die 1,64 Meter große Schauspielerin wiegt 60 Kilogramm.
Für die Rolle der Molly musste die Newcomerin innerhalb eines halben Jahres zehn Kilo zunehmen. Für Monika Reithofer eine lehrreiche Erfahrung: "Wenn ich mich vor dem Spiegel betrachtete, empfand ich

meinen veränderten Körper schon als unangenehm, weil alles in einem so kurzen Zeitraum geschah. Von meinem Umfeld wurde ich aber nur positiv wahrgenommen. Mir schauten auf der Straße noch genauso viele Männer hinterher. Als ich den Film dann bei der österreichischen Premiere sah, dachte ich: 'Wow, du siehst ja wirklich schön aus!"
Als sie auf die Rollenausschreibung aufmerksam wurde, besuchte Monika Reithofer noch eine Freiburger Schauspielschule und hatte ganz andere Pläne. "Ich wollte nie zum Film, sondern Theater machen - ganz idealistisch", erzählt sie. Auf das Drängen ihrer Lehrerin hin bewarb sie sich dann doch und zögerte auch nicht, als sie erheblich an Gewicht zulegen sollte, weil sie für die Rolle noch zu dünn war. "Das war ein ganz ausgelassenes Essen. Ich war mit meinem Freund in

einem Restaurant und habe eine Pizza bestellt. Dann riefen wir den Kellner, der uns prompt die Rechnung bringen wollte, aber ich sagte: 'Nee, nee - Ich nehme noch eine Lasagne!' Es war toll, so viel essen zu dürfen. Gerade als Schauspielschülerin steht man im Ballettunterricht oder beim Fechten oft vor dem Spiegel und vergleicht sich. Damit konnte ich aufhören - und das auch noch für eine Rolle", schwärmt die gebürtige Feuchtwangenerin heute.
Es störte Monika Reithofer auch nicht, dass die Programmmacher keine genaue Vorstellung davon hatten, wie dick Molly sein sollte. "Deswegen habe ich immer weiter gegessen und Bilder von mir hingeschickt. Der ORF hat irgendwann gesagt: 'Okay, das reicht', aber das ZDF meinte: 'Nein, noch weiter essen", berichtet die lebenslustige Darstellerin lachend und

fügt etwas ernster hinzu: "Es war schon komisch, dass andere Menschen über meinen Körper bestimmten. Ich sah das Ganze aber als Experiment an, das auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt war."
Eines, das sich scheinbar gelohnt hat, denn Monika Reithofer merkte, dass ihr die Arbeit vor der Kamera eine Menge Spaß macht. "Alles geht viel schneller als im Theater. Der Regisseur sagt: 'Das ist die Szene, und die muss jetzt sitzen!' Außerdem steht Teamarbeit im Vordergrund. Nicht nur der Schauspieler ist wichtig, vom Ausstatter bis hin zum Maskenbildner tragen alle ihren Teil dazu bei. Und man weiß nie, was für ein Film nach dem Schnitt herauskommt", schildert die Blondine fasziniert
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