Miranda Leonhardt: Mein Leben und ich
(tsch) "Es war mal wieder einer dieser chaotischen Tage in meinem Leben", erzählt Miranda Leonhardt. Der Laptop lag auf dem Rücksitz. Das Auto war nicht abgeschlossen. Dann war der Laptop weg. Und mit ihm die Familiengeschichte der Schauspielerin, die sie sieben Jahre lang literarisch aufgearbeitet hatte ... Denn die bald 33-Jährige ist nicht nur Schauspielerin und demnächst wieder im neuen Stuttgarter "Tatort"-Team zu sehen ("In eigener Sache", So., 17.08., 20.15 Uhr, ARD). Die gebürtige Kroatin tobt sich noch in ganz vielen weiteren Werkstätten künstlerisch aus. Nach dem Schock über den Verlust ihres Buches lässt Miranda Leonhardt die Welt nun seit Anfang des Jahres in ihrem Blog mirandaleonhardt.com an ihrem turbulenten (Seelen)leben teilhaben. Es kommt viel Zuspruch, was wohl heißt: "Es gibt noch Gleichgesinnte." Frei von Koketterie seufzt sie: "Aber das macht's auch nicht leichter."
"Soll ich Ihnen mal meine letzte Woche beschreiben?", fragt Miranda Leonhardt herausfordernd. Von vielen Fahrten in verspäteten Zügen ist die Rede: zum Dreh, zur Kostümprobe, zur Premiere und zu viele

n Besprechungen. Der erklärte "Fashion-Junkie" ist nämlich seit Kurzem auch Redakteurin der Zeitschrift "Neue Mode Magazine", moderiert eine Podcast-TV-Musik-Show namens "Bed Affairs" ("Da bin ich dann wieder eine ganz andere Person") und eröffnet eine Galerie, "besser gesagt ein Multi-Format-Album", im "schmalsten Haus von Frankfurt" gemeinsam mit Schwester und Schwager. "Das unregelmäßige Arbeiten beim Film empfinde ich teilweise als sehr hemmend", erklärt sie, warum sie sich weitere kreative Standbeine schaffen will. "Und man wird immer von außen bewertet, es wird alles für einen entschieden. Ich habe die Dinge gerne in meiner eigenen Hand." Außerdem erklärte sie auf ihrer Webpage das Ziel, bis Ende des Jahres die erste Million gemacht zu haben, und überhaupt kann ein Mensch, der vor Ideen und Emo

tionen nur so sprudelt, wahrscheinlich gar nicht anders.
Nun erholt sich Miranda Leonhardt mal für drei Tage in ihrem Häuschen im Taunus, wo sie mit ihrer Tochter und ihrem Lebensgefährten wohnt - dem Schauspieler Misel Maticevic ("Das Gelübde", "Blackout - Die Erinnerung ist tödlich"). "Es ist toll, mit jemandem zusammen zu sein, der mein Wesen, meinen Beruf und meine Wurzeln so gut versteht", schwärmt die zierliche Brünette von ihrem Traummann, dessen Familie ebenfalls aus Kroatien stammt. Seit sechs Jahren sind die beiden ein Paar. "Er kann Eigenarten von mir nachvollziehen, die ich sonst immer erklären muss, weil er genau die gleichen hat." Etwa die Art, Melodien zu genießen. "Vor allem bei kroatischer Musik. Wenn ich dann in Melancholie verfalle, weiß er, wo das herkommt. Ich kam mit zwei

Jahren nach Deutschland, Misel ist hier geboren. Ich bin deutsch. Und trotzdem, wenn ich zum Beispiel diese Musik höre, ist es für mich so, als könnte ich kein Wort Deutsch, und ich fühle nur noch kroatisch."
Die Aufarbeitung ihrer Wurzeln ist ein Lebensthema. "In meinem Buch ging es nur darum. Aber mittlerweile kann ich wohl sagen, dass ich angekommen bin." Doch so oft es geht, verbringt Miranda Leonhardt Zeit in der Heimat der Eltern, in der familieneigenen Wohnung am Meer. Ihre Herkunft spiegelt sich auch immer wieder in ihren Rollen wider ("Warchild"). Die Kriminaltechnikerin Nika Banovic, die sie nun im neuen Stuttgarter "Tatort"-Team spielt und mitentwickelt hat, ist Serbokroatin
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