teleschau: Herr Kessler, wie haben Sie sich für die neuen Folgen von "Switch Reloaded" an Frank Plasberg angenähert?
Michael Kessler: Wir dachten zunächst, das wäre einfach, merkten dann aber s

chon in der Maske: Das ist doch schwerer. Manche sind sehr leicht zu parodieren - ein Horst Lichter oder ein Florian Silbereisen geben viel her in ihren Outfits, der Art und Weise wie sie sich bewegen. Kloeppel oder Frank Plasberg haben weniger zu bieten.
teleschau: Bei Kloeppel griffen Sie die Betonung in seinen Sätzen heraus - was wählten Sie bei Plasberg?
Kessler: Bei ihm fand ich es extrem, wie er an seinem Tisch steht, wenn er mit den Politikern redet. Da stützt er sich dann zum Beispiel auf, steht sehr schräg und hat immer den Kugelschreiber in der Hand.
teleschau: Ja, stimmt!
Kessler: Das ist seine Grundhaltung, die wir dann einfach verstärkten: Ich stehe also im Sketch sehr, sehr schräg. Das sind dann oft die kleinen Dinge, bei denen - wie au

ch bei Kloeppel - Leute auf mich zukommen und sagen: "Mensch, das ist mir nie aufgefallen, aber es stimmt, das macht der!" (lacht).
teleschau: Beobachten Sie Menschen aufmerksamer, seit Sie professioneller Parodist sind - oder gehörte das schon vorher zu Ihrem Schauspielhandwerk?
Kessler: Das sollte ein Schauspieler machen, ja. Mein alter Lehrer damals an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum sagte: "Es ist ein Frevel, in einer Straßenbahn zu lesen. Seht euch die Menschen an!" - Ich setze mich unheimlich gerne einfach in einer Fußgängerzone ins Café und beobachte.
teleschau: Haben Sie sich mal spaßeshalber überlegt, was ein Parodist von Michael Kessler wohl überbetonen würde?
Kessler (lacht): Er müsste sich eine große Nase ankleben ...
te

leschau: ... und abgesehen von der Maske?
Kessler: Oh, das wäre, glaube ich, schwer. Ich wäre wohl erst einmal langweilig (lacht). Da müsste mich der Parodist schon sehr genau studieren. Ich bin ja privat nicht so der Florian Silbereisen.
teleschau: Fällt es Ihnen eigentlich manchmal schwer, nach der Klappe wieder von einer so überdrehten Rolle herunter zu kommen?
Kessler: Es geht. Den "Obersalzberg" zum Beispiel drehen wir eine Woche lang von morgens bis abends, und ich spiele in jeder Szene diese Mischung aus Hitler und Stromberg. Danach spüre ich eine gewisse Abfärbung. Ich transformiere dann nicht zu Adolf Hitler, verstehen Sie mich nicht falsch! Aber die Sprechweise und diese Strombergschen Formulierungen, das färbt ab
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