Maximilian Brückner: "Ich kann viel, man muss mich nur lassen"

(tsch) Maximilian Brückner, ein sympathischer Blondschopf vom oberbayrischen Land, redet munter drauflos. Bevor es aber zur Sache geht, sitzt der 29-jährige Schauspieler vor dem Aufnahmegerät und vergleicht es wie ein kleiner Junge mit seinem eigenen technischen Spielzeug. Ein iPhone ist Maxi Brückners Verbindung zur technischen Außenwelt: "Ich habe Computer nie so richtig gemocht." Dabei geht es in seinem neuen Film "Selbstgespräche" (Kinostart: 31.07.) vor allem um Kommunikation. Brückner spielt darin den hyperaktiven Sascha, der in einem Callcenter Flatrates für grenzenloses Telefonieren und Surfen verkauft, aber zu Hause nicht weiß, was er sagen soll.

teleschau: "Selbstgespräche" ist ein sehr moderner Film, der sich mit Kommunikation in der heutigen Zeit und ein wenig auch mit der Globalisierung auseinandersetzt. Inwieweit haben Sie sich vorher mit diesen Themen beschäftigt?

Maximilian Brückner: Das Drehbuch hat mir auf Anhieb gefallen, ich wusste beim ersten Lesen, dass sich Regisseur und Autor André Erkau mit diesen Themen intensiv beschäftigt hat. Es war ein sehr stimmiges Skript. Aber ich habe für mich beschlossen, nicht so sehr in die Tiefe zu gehen, weil auch meine Figur in diese Callcenter-Situation geworfen wird. Was die Figur nicht weiß, muss ich auch nicht wissen.

teleschau: Zum Beispiel, was die Leute mit den Kommunikationsflatrates überhaupt anstellen sollen ...

Brückner: Sie haben alle die Möglichkeit, aber keiner kann mehr kommunizieren. Das sieht man vor allem in den Szenen zu Hause - es bricht alles auseinander. Und das hat André Erkau nicht nur pointiert geschrieben, sondern auch filmisch gut umgesetzt. Ein paar Ecken und Kanten, die der Film hat, gehören dazu.

teleschau: Sehen Sie da einen Bezug zur realen Welt?

Brückner: Es ergibt sich eine gewisse Zwangsläufigkeit. Wir müssen immer mehr arbeiten und haben keine Zeit mehr für das Privatleben. Also suchst Du Dir zum Beispiel Bekanntschaften über das Internet. Manchmal erschreckt mich das ein wenig, aber man sollte es nicht verurteilen. Es gibt Menschen, denen gefällt das so. Die Gesellschaft entwickelt sich. Ob das nun gut ist, oder schlecht ...

teleschau: Es ist schon paradox: diese Reizüberflutung und der Kommunikationszwang einerseits und diese innere und inhaltliche Leere andererseits.

Brückner: Man ist nur noch damit beschäftigt, diese Leere mit Oberflächlichkeiten zu füllen. Das geht doch eigentlich nur mit Freunden, mit Ruhe, mit Zeit. Darauf kommt's an - aber jetzt wird zu Hause lieber irgendwas mit dem Internet gemacht.

teleschau: Die Leute gehen "facebooken" ...

Brückner: Was ist denn das?

teleschau: Facebook ist ein virtuelles Netzwerk, über das die User ihr Leben miteinander austauschen. Ein Freundeskreisersatz im Internet.

Brückner: Das hört sich fürchterlich an. Zum Glück habe ich keinen Computer. Aber ich hörte schon von Freunden, die Ähnliches machen - sodass jeder alles von dir weiß. Manche exhibitionieren sich richtig. Ich bin da sehr skeptisch und habe vor dem Internet in dieser Form großen Respekt. Komischerweise war ich aber auch nie ein großer Computerfreund

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