Kommerzhase zwischen Gangster und Schleifer: "Popstars"-Jurorin Loona im Interview
(tsch) Nach drei Jahren Schaffens- und Babypause meldet sich die niederländische Sängerin Loona nicht nur mit neuer Single ("Por La Noche", das Album folgt im September), sondern auch als Jurorin in der siebten "Popstars"-Staffel bei ProSieben zurück (ab 28.08., donnerstags, 20.15 Uhr). An der Seite von Skandalrapper Sido und Casting-Urgestein Detlef D! Soost ist die 33-Jährige bis Dezember auf der Suche nach einer neuen Mädchen-Combo. Wie die ihrer Meinung nach aussehen soll, was die Vorteile von schlecht besuchten Castings sind und warum sie keine Angst vor dem Maskenmann Sido hatte, verrät die stolze Mutter, die mit bürgerlichem Namen Marie-Jose van der Kolk heißt, im Interview.
teleschau: Die Castings in Hamburg, Rust, Dortmund und Dresden sind vorbei - sind Sie mit Ihrer Vorauswahl zufrieden?
Loona: Ich bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Vor allem das Casting i

n Dresden hat mich absolut überrascht - vielleicht weil ich nicht allzu große Erwartungen hatte. Von Dortmund war ich hingegen eher enttäuscht. Ich hatte mir aus dem Ruhrpott-Einzugsgebiet einfach mehr Talente erhofft.
teleschau: Auch Ihr Kollege Sido schien nicht sonderlich von den Bewerberinnen angetan gewesen zu sein. Er beschwerte sich in einem Interview über die Qualität der Kandidatinnen und dass "die Talente rar in Deutschland werden". Teilen Sie seine Meinung?
Loona: So verallgemeinern möchte ich das nicht. Es gibt bestimmt noch jede Menge unentdeckte Talente - zumal die Jugendlichen heute viel größere Möglichkeiten besitzen, ihrer Kreativität Ausdruck zu verleihen. Ein Laptop, ein Mikro, ein Soundprogramm - damit lässt sich wahnsinnig viel ans

tellen. Nur geht halt nicht jeder zu einem Casting ...
teleschau: Die Resonanz war nicht sonderlich groß: Insgesamt kamen laut ProSieben 2.275 junge Frauen zu den Castings. Bei der letzten "DSDS"-Staffel von RTL waren es über 28.000 Bewerber. Eine Idee, warum das so ist?
Loona: Ja, vielleicht übertreibt RTL einfach ein bisschen mit seinen Zahlen (lacht). Ich glaube, es gab und gibt immer einen kleinen Unterschied zwischen "DSDS" und "Popstars". Von RTL wird ein Einzelner gesucht, der bei der breiten Masse ankommt. "Popstars" ist eine etwas intimere Show, die spezielle Acts hervorbringt. Die geringere Teilnehmeranzahl hat allerdings auch einen entscheidenden Vorteil: Es gibt wesentlich weniger schlechte Kandidaten, die vor die Jury treten.
tele

schau: Könnte es auch an der geringen Halbwertszeit der "Popstars"-Gewinner liegen? Von Acts wie Overground, Preluders, Nu Pagadi und Room 2012 hört, sieht und liest man nicht mehr viel ...
Loona: Das mag sein, aber ich sehe auch die Erfolgsgeschichte der No Angels, die sich seit Jahren im Geschäft halten, und auch die von Monrose, die derzeit wieder in den Single-Charts vertreten sind und bei einem Auftritt auf Mallorca die Massen begeistert haben. Aber es stimmt: Das Tempo, mit dem bei einer Casting-Show Talente, Begeisterung und Fantum erzeugt werden, ist enorm. Und ebenso rasch schwindet die Liebe manchmal auch wieder, wenn die Künstler nicht mehr jede Woche im TV zu sehen sind. So schnelllebig ist das Geschäft - auch mich haben bestimmt viele vergessen, obwohl ich über Jahre hinweg in den Charts war
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