teleschau: Mit "Inflikted" und "Conquer" hast Du in gerade mal einem Vierteljahr gleich zwei Alben veröffentlicht und warst zusätzlich ausgiebig auf Tour. Keinerlei Ermüdungserscheinungen zu spüren?
M

ax Cavalera: Ich habe viel zu tun, so war es bei mir schon immer. Meine Arbeit macht mir verdammt Spaß, sie beansprucht den Großteil meines Lebens.
teleschau: Arbeitest Du lieber im Team, wie bei Cavalera Conspiracy gemeinsam mit deinem Bruder Igor, oder ist es für Dich einfacher, sich lediglich mit Dir selbst auseinanderzusetzen, wie es bei Soulfly der Fall ist?
Cavalera: Ich mag beides. Ich liebe es, Musik zu machen und bin diesbezüglich keinesfalls festgelegt. Es macht mir sehr viel Spaß, gemeinsam mit Igor und jeder Menge anderer Leute zu arbeiten, aber ich komme auch allein ganz gut klar. Bei Soulfly bin ich auf mich allein gestellt, stehe dadurch mehr im Vordergrund und bin für alles selbst verantwortlich. "Conquer" ist schon jetzt eines meiner Lieblingsal

ben von Soulfly und ich bin sehr stolz darauf.
teleschau: Was macht für Dich den Unterschied zwischen Soulfly und Cavalera Conspiracy aus?
Cavalera: Die beiden Bands sind total verschieden. Soulfly ist hart, aber dennoch melodiös. Hier kann ich mich komplett ausleben und jede Menge herumexperimentieren. Cavalera Conspiracy ist hingegen kompromisslos und absolut brutal, Energie auf höchster Stufe, gepaart mit dem magischen Gefühl, das daraus resultiert, nach unserer gemeinsamen Zeit bei Sepultura endlich wieder als Brüder vereint in einer Band zu spielen.
teleschau: Zurück zu Soulfly. Du hast immer eine bestimmte Herangehensweise, mit der Du Dich einem neuen Album näherst. Wie war es diesmal?
Cavalera: Meine Art, Musik zu schreiben, hat sich über d

ie Jahre kaum verändert. Ich schreibe im Prinzip permanent Songs, ganz allein, in meinen eigenen vier Wänden. Diesmal habe ich mich außerdem durch eine Reise nach Ägypten inspirieren lassen, denn fremde Kulturen beeinflussen die Musik von Soulfly seit ihren Anfangstagen. Musik entsteht nicht von heute auf morgen. Es ist ein langer Prozess, der bis zum Schluss nichts von seiner Spannung verliert.
teleschau: Was hast Du in Ägypten ganz konkret erlebt und somit auf "Conquer" verewigt?
Cavalera: Die verschiedenen Orte haben mich am meisten inspiriert. Zum einen war da die "Stadt der Toten" in Kairo, ein riesiger Friedhof. Außerdem habe ich einige landestypische Instrumente auf unsere Musik wirken lassen
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