Die inoffiziellen Götz-George-Festspiele: Das Erste gratuliert zum 70. Geburtstag (23.07.)

(tsch) Götz George wird's mit Freude zur Kenntnis nehmen. Schließlich hagelt es im Vorfeld seines 70. Geburtstag (23.07.) die Komplimente förmlich: "Ich würde es gerne schaffen, später genauso fit zu sein und so auszusehen wie er. Na gut - ohne Schnurrbart", meint beispielsweise seine langjährige "Schimanski"-Kollegin Denise Virieux und fügt hinzu: "Als ich hörte, dass er 70 wird, dachte ich: Was? Das kann nicht sein! Für mich hat er sich wirklich nicht verändert." Nicht nur sie zollt dem Darsteller Tribut. Die Sender der ARD starten um den 23. Juli herum einen kleinen George-Marathon.

Den Auftakt bildet am Sonntag, 20. Juli, 20.15 Uhr, der brandneue Fall von Horst Schimanski. "Schicht im Schacht" heißt der ARD-Krimi, der sich mit dem unnatürlichen Tod einer jungen Frau befasst. Im Mund der Toten, die kurz vor ihrer Hochzeit stand, entdeckt Schimanski einen Slip. Sofort werden in dem Ermittler Erinnerungen an einen früheren Fall geweckt, den er nie aufklären konnte.

Um nach so viel Mord und Totschlag dennoch in Feierstimmung zu kommen, erinnert 3sat am Vorabend des Geburtstags, Dienstag, 22. Juli, an die komische Seite des Charakterdarstellers. Diese bewies George 2003 in "Blatt und Blüte" (20.15 Uhr). Als Laienprediger Vincent muss er sich mit seiner Film-Ex-Frau Christiane Hörbiger zusammenraufen, um an das Erbe zu kommen, das eine verstorbene Tante den beiden testamentarisch in Aussicht stellte.

Den eigentlichen Geburtstag am Mittwoch, 23. Juli, kann man ohne Weiteres als Höhepunkt des Specials bezeichnen. Zur Primetime zeigt das Erste "Die Katze", in der George den eigentümlichen Rentner Siegmar gibt, der aus Einsamkeit eine Ehe mit Margret (Hannelore Hoger) eingeht. Als seine heiß geliebte Katze stirbt, bricht eine Eiszeit in der Zweckgemeinschaft aus, die Siegmar mit einer Affäre überbrückt. Catrin Striebeck, die seine Geliebte spielt, lernte den Darsteller am Set als "sehr ruhigen und konzentrierten Schauspieler" kennen: "Man fühlt sich ihm gegenüber schnell wie eine nervtötende Schnatterbacke. Man hat das Gefühl, er ruht in sich, was aber sicherlich nur ein Eindruck ist. Ich denke, auch er fühlt sich immer wieder unsicher. Trotz seines Rufes ist er bestimmt kein Schauspieler, der einem Kollegen Angst macht. Und wenn, dann macht man sich diese Angst selbst.">
Inwiefern sie mit dieser Analyse recht hat, dürfte Marika Ullrich wissen. Seit über zehn Jahren ist sie mit dem mehrfachen Grimmepreisträger liiert. Von ihr stammt das Porträt "Nicht reden, machen", das das Erste gleich im Anschluss um 21.45 Uhr zeigt. Innerhalb von 30 Minuten lässt die Filmemacherin die Karriere ihres Lebensgefährten Revue passieren und ihn ein wenig über sein Privatleben plaudern. Einblicke, die Seltenheitswert haben, denn George gilt als medienscheu.

Lieber bleibt er durch schauspielerische Leistungen im Gedächtnis. Mit Erfolg, wie WDR-Fernsehfilmchef Gebhard Henke attestiert: "Jede der vielen und so unterschiedlichen Rollen hat er mit jeder Faser seines Geistes und seines Körpers ausgefüllt." Möglicherweise widmet der WDR ihm deshalb gleich das komplette Abendprogramm am Donnerstag, 24

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