"Dark Water" - Steter Tropfen höhlt den Verstand
(tsch) Die größte Stärke von Walter Salles' Hollywood-Debüt heißt Jennifer Connelly ("A Beautiful Mind"). Die Schauspielerin schafft ein engelsgleiches Wesen, das mit nagendem Zweifel an der eigenen Zurechnungsfähigkeit verletzlich über den Abgrund schwebt und irgendwann abstürzen muss. Man weiß es von der ersten Sekunde in "Dark Water" (2005) an und ist trotzdem gebannt, weil Salles die Spannung geschickt steigert und eine bedrückende Atmosphäre schafft. Der subtile (Psycho-)Horrorfilm, der nur bescheidene 225.000 Zuschauer in die deutschen Kinos lockte, ist nun bei ProSieben als Free-TV-Premiere zu sehen.
Regisseur Walter Salles vermutet man nach Filmen wie "Central Station" (1998) und "Die Reisen des jungen Che" (2003) eher in der Filmkunstecke als in Hollywoods großen Studios. Aber der Brasilianer, d

er ein bekennender Horror-Fan ist, lässt sich wohl ungern festlegen und bekam mit "Dark Water" seine erste Chance in der (Alb)Traumfabrik. Die Vorlage dafür ist - mal wieder - ein japanischer Horrorschocker von Hideo Nakata ("Ringu", "The Ring 2"): Eine Mutter zieht mit ihrer Tochter nach der Trennung vom Ehemann in ein heruntergekommenes Appartement und erlebt dort schier Unfassbares.
Der Druck der Erinnerung lastet schwer auf Daliah (Conelly) und begleitet sie vor allem, wenn sie ihre Tochter sieht. Sie will eine andere Mutter sein. Aber Cecilia (Ariel Gade) muss erst ihren trotzigen Widerstand gegen das neue Domizil aufgegeben. Darüber freut sich vor allem der windige Immobilienmakler Murray (John C. Reilly), der Daliah das Wohnloch mit allerlei Versprechungen vermieten kann. Er

will sich vor allem darum kümmern, dass der hässliche und unheimliche Wasserfleck an der Decke des Kinderzimmers verschwindet. Doch die Reparaturen nützen nichts.
Das düstere Geheimnis auf dem Dach des Hauses schickt seine tropfende Botschaft immer weiter in Daliahs Leben, die dadurch von den Dämonen ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Die ohnehin labile Frau gerät zusehends aus der Bahn und weiß bald nicht mehr zwischen Wahn und Wirklichkeit zu unterscheiden.
Die psychologischen Aspekte, die Einsamkeit im Moloch einer Großstadtmietskaserne und die Schwierigkeiten einer Mutter-Tochter-Beziehung nach der Trennung vom Lebenspartner hätten ihn an "Dark Water" besonders interessiert, sagte Regisseur Walter Salles, dem seine Hauptdarstellerin Jennifer Connelly genügend "Eleganz

" attestierte, um den Film nicht ins reine Horrorgenre abrutschen zu lassen. "Der Film setzt nicht auf plumpe Geistereffekte oder kleine Mädchen, die sich als Monster entpuppen - und ist deshalb völlig anders als die japanische Vorlage - mehr ein Psychodrama mit Horrorelementen." Inwiefern sich Jennifer Connellys neues Projekt "Der Tag, an dem die Erde stillstand" vom Original aus den 50-ern unterscheidet, wird sich erst am 11. Dezember zeigen. Dann kommt der Science-Fiction-Film weltweit in die Kinos.
Ausstrahlung am 10.08.2008 um 22:00 Uhr auf ProSieben
Autor: Andreas Fischer/teleschau - der mediendienst
Bilder:
ProSieben / Buena Vista Pictures
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