Cosma Shiva Hagen: "Ich war damals ein bisschen blöd ..."

(tsch) Die Fachwelt spottete, als der amerikanische Journalist Michael Drosnin 1997 in seinem Buch "Der Bibelcode" behauptete, er habe das Attentat auf den israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin 1995 dank eines Geheimcodes in der Bibel vorhergesehen. Einige Wissenschaftler machten sich sogar die Mühe, den Text von "Moby Dick" nach dem gleichen Prinzip nach Attentatsvorhersagen abzusuchen - erfolgreich. Cosma Shiva Hagen, die nun die Hauptrolle im ProSieben-Zweiteiler "Der Bibelcode" (Mo., 01.09., und Di., 02.09., 20.15 Uhr) spielt, ist das herzlich egal. "Wir wollen mit dem Film keine riesige Botschaft vermitteln. Das ist Entertainment", erklärt die 27-Jährige cool im Interview.

teleschau: Wie bibelfest sind Sie, Frau Hagen?

Cosma Shiva Hagen: Eigentlich gar nicht, ich habe die Bibel noch nicht gelesen. Ich wurde ja nicht katholisch erzogen, sondern eher mit buddhistischen Einflüssen. Meine Großmutter glaubt überhaupt nicht an Gott. Aber in Vorbereitung auf den Film war es auch hilfreicher, "Der Bibelcode" von Michael Drosnin zu lesen.

teleschau: War Ihnen das Buch vorher bekannt?

Cosma Shiva Hagen: Überhaupt nicht. Alle meinten, es wäre das gleiche wie "The Da Vinci Code", aber das ist nicht so. "Der Bibelcode" handelt von einem mathematischen Schlüssel, mit dem man angeblich im hebräischen Urtext der Bibel zukünftige Ereignisse vorhersehen kann. Es ist ein bisschen nostradamusmäßig.

teleschau: Haben Sie keine Angst davor, dennoch an der Hollywoodproduktion mit Tom Hanks und Audrey Tautou gemessen zu werden?

Cosma Shiva Hagen: Bis auf die Ähnlichkeit der Titel haben die beiden Filme nichts miteinander zu tun. Bevor ich die Rolle annahm, sah ich mir "The Da Vinci Code" an. Ich war besorgt, dass "Der Bibelcode" auf einen fahrenden Zug aufspringen könnte. Es wäre nicht das erste Mal, dass das Fernsehen etwas kopiert, das im Kino gut lief. Aber die Filme sind sehr verschieden, das beruhigte mich.

teleschau: Gewisse Parallelen gibt es allerdings: In "The Da Vinci Code" bekommt der Hauptdarsteller eine französische Assistentin zur Seite gestellt, in "Der Bibelcode" ist es umgekehrt.

Cosma Shiva Hagen: (lacht) Gut, das stimmt. Aber thematisch unterscheiden sie sich.

teleschau: In Ihrer Rolle als Ex-Polizistin müssen Sie sich oft dem Nahkampf stellen. Bedurfte das eines bestimmten Trainings?

Cosma Shiva Hagen: Mir war es wichtig, dass die Kämpfe realistisch aussehen. Es wäre irgendwie lächerlich, wenn eine junge Frau die halbe Welt verprügelt. Darum lernte ich im Stunttraining einige Handgriffe, bei denen der Gegner mehr durch schnelle Reaktion als durch große Kraft überrumpelt wird.

teleschau: Im Privatleben sollen Sie sich derzeit ja eher mit Lehrbüchern herumschlagen ...

Cosma Shiva Hagen: Ganz richtig, ich will bis zu meinem 30. Geburtstag unbedingt meinen Realschulabschluss nachholen. Deshalb erzählte ich das auch der ganzen Presse, damit ich keine Ausreden mehr habe. Nur musste ich das Semester verschieben, weil es sonst mit meinen Drehterminen kollidiert wäre.

teleschau: Wie kam es zu dem Entschluss, noch einmal die Schulbank zu drücken?

Cosma Shiva Hagen: Ich war damals ein bisschen blöd: Ich machte auf dem Gymnasium meinen Hauptschulabschluss und ging drei Monate vor Ende der zehnten Klasse ab

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