Die Antworten? Frisch ausgedacht! Die neue Amy Winehouse kommt aus Australien

(tsch) Natürlich, man soll einen Menschen nicht auf sein Alter reduzieren. Aber Gabriella Cilmi ist ein Wunderteenager, 16 Jahre alt - "im Oktober 17", ergänzt sie - und sie hat eine unglaubliche Stimme. Die Australierin rollt gerade das Feld der Duffys und Yael Naims auf. Fast wünscht man sich, ihr Debütalbum "Lessons To Be Learned" wäre nicht ganz so gut zurechtgeschliffen, damit ihre Karriere ein wenig langsamer anlaufen würde. Doch diese junge, selbstständige Frau hat in den vergangenen drei Jahren einen Blick dafür entwickelt, was auf sie zukommt, Opfer gebracht und fühlt sich bestätigt, dass sie den richtigen Weg gegangen ist.

Gabriella zog vor einem Jahr mit ihrer Mutter von Melbourne nach London, "weil England in der Mitte von allem ist und Australien unglaublich weit weg von der Welt". Sie musste ihre Eltern ganz schön überreden, erklärt sie mit ausnehmender Freundlichkeit. "Sie waren erst skeptisch, haben dann aber gemerkt, dass ich unglücklich bin, wenn ich diesen Weg nicht gehen darf. Auch sie haben Opfer dafür gebracht." Gabriella Cilmi klimpert unentwegt beim Sprechen. Sie trägt eine ganze Menge Mode- und echten Schmuck zum typischen Look aller Mädchen in diesem Alter.

Mit ihrem halb bemalten Fingernagel zeigt sie auf ihre Ringe und sagt: "Ich glaube, das ist Silber, die macht eine Freundin von mir, das Schild ist da, um mich zu beschützen, das Hufeisen bringt Glück, das Herz steht für die Liebe und der hier am kleinen Finger, naja, der bedeutet eigentlich gar nichts", sie lächelt entschuldigend unter einer doppelten Augen betonenden Mascaraschicht. Allzu viel will sie nicht von sich preisgeben, aber wenn sie so fröhlich ins Reden kommt, dann vergisst sie, dass sie gerade am Anfang ihrer Karriere sitzt und ihre geübten Sätze aufsagen soll.

Und selbstverständlich hat dieser Ring eine Bedeutung. Das Strahlen ihrer Augen verrät: Gabriella will dem Mädchen, der Designerin, von ihrem abgeschotteten Musikerleben aus einen Gruß schicken, der sagt: Ich mag dich, auch wenn ich gerade für nichts und niemanden Zeit habe. Denn während Amy Winehouse in Wachs gegossen bei Madame Tussauds auf bessere Zeiten wartet, ist Gabriella Cilmi dabei, ihren Platz einzunehmen. Auffällig auch die Ähnlichkeit zu Winehouse vor ein bis zwei Jahren.

Die Australierin ist gut bei Stimme und gesund, könnte das Rennen für sich entscheiden. Die Wahlengländerin lebt recht abstinent, "Party mit viel Alkohol ist mir nicht besonders wichtig, neulich hatte mein Bassist Geburtstag und wir haben gefeiert, das reicht mir".

Sie mag keine Zigaretten. "Daher kommt meine Stimme jedenfalls nicht. Ich habe viel Janis Joplin gehört. Mein Onkel hat irgendwann, als ich noch kleiner war mal zu meiner Mutter gesagt, dass ich gut singe. Meine Mutter meinte nur 'Na und?'" Mittlerweile stehen ihr die Eltern bei und überhaupt: "So schlimm war der Umzug nicht, wir haben ja Verwandte in Italien." Das meint sie ernst, für australische Verhältnisse ist die Entfernung ein Katzensprung. Wichtiger sei, dass ihr Ehrgeiz dadurch besonders groß ist. "Es macht dich stärker, wenn du extra an einen fremden Ort gegangen bist, um zu tun, wovon du überzeugt bist

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