"American Dreamz - Alles nur Show" - Ein Thema zu viel
(tsch) Keine Frage: Eine Medien-Satire, die den Casting-Wahn samt einer Jugend aufs Korn nimmt, die vom Leben als Superstar träumt, war überfällig. Für sich genommen hätte sie wohl auch funktioniert. Der Autor und Regisseur Paul Weitz versuchte mit "American Dreamz" (2006) aber eigentlich Unmögliches: Er nahm sich das Thema Casting-Shows vor und vereinte es mit dem Thema Terrorismus. Das Ergebnis ist wie Schoko-Aufstrich und Gurken: Das passt nicht. RTL zeigt die wirre Mischung aus Komödie, Satire und Ernst nun als Free-TV-Premiere.
Der britische Sonnyboy Hugh Grant spielt den Moderator einer TV-Casting-Show, eine Art Marco Schreyl also, nur weit professioneller. Ein charmanter Präsentator, der zudem Bohlen-artig sehr wohl um die

Bedeutung des Marketings weiß. Und hier wird er mit einer Idee konfrontiert, die diesem Film ganz und gar nicht guttut, führt sie ihn doch inhaltlich ad absurdum und nimmt ihm jede Authentizität, die es braucht, um als Mediensatire ernst genommen zu werden: Der Moderator nämlich bekommt ein Angebot vom Weißen Haus: Man solle doch den amerikanischen Präsidenten (Dennis Quaid) in die Jury der Finalshow setzen. Denn der möchte sich als Mann aus dem Volke zeigen.
Nicht ganz so weit weg von der Realität ist der zweite Handlungsstrang, der die Teilnehmer der Show in den Mittelpunkt rückt. Da ist zum Beispiel Sally (Mandy Moore), die singen kann und sich daher gute Chancen ausrechnet. Vor allem aber ist sie ein karrieregeiles Gör, was in einigen höchst unterhaltsamen Szenen deutlich wird. Ihr geg

enüber steht schließlich der amerikanisch-arabische Sänger Omer (Sam Golzari), der den geheimen Auftrag erhält, vor aller Augen bei der Live-Übertragung den Präsidenten in die Luft zu jagen. Geradezu fahrlässig geht das Drehbuch in der Folge mit dieser Idee um, nutzt sie ein ums andere Mal als komödiantische Grundlage und wird damit dem ernsthaften Hintergrund rund um Glaubenskriege, Terror und Vorurteile nicht gerecht.
"American Dreamz" floppte sowohl in den USA als auch hierzulande (knapp 147.000 Besucher) an den Kinokassen. Bei seinem nächsten Film lief es für Hugh Grant dafür umso besser. Mit der Romantic Comedy "Mitten ins Herz - Ein Song für dich" (2007) eroberte der 47-Jährige die Herzen der Zuschauer im Sturm. Zwei weitere Komödien sind derzeit in Vorbereitung. In "Lost for Words" verliebt sich Grant in eine schöne Chinesin und ihre Übersetzerin. An der Seite von George Clooney soll er überdies in der Kinoversion der 70er-Jahre-Kult-Serie "The Persuaders" ("Die Zwei") spielen.
Ausstrahlung am 09.08.2008 um 20:15 Uhr auf RTL
Autor: Nick Petersen/teleschau - der mediendienst
Bilder:
RTL
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