Mark Wahlberg: "Country-Club statt Night-Club"

(tsch) Mark Wahlberg ist erwachsen geworden. Der 37-Jährige ist sich dessen sicher. Das ehemalige Unterwäsche-Model, der einstige böse Bube des HipHops, hat sich in geduldiger Fleißarbeit zum anerkannten Schauspieler in der Hollywoodgemeinde hochgerackert. Nach seinem Durchbruch mit "Boogie Nights" vor knapp zehn Jahren spielte er in über 20 Filmen mit und arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Martin Scorsese und Wolfgang Petersen. Nun hat er die Hauptrolle in Michael Night Shyamalans Naturschocker "The Happening" (Kinostart: 12.06.). Wahlberg ist hier ein Naturkundelehrer, der mit seiner Frau und der Tochter seines besten Freundes vor einer unerklärlichen Giftattacke ins Hinterland des amerikanischen Nordostens flieht, obwohl genau da die größte Gefahr lauert. Im Interview spricht er über sein Karrierehoch sowie über sein erstaunlich bodenständiges Familienleben. Und er erklärt, wieso ihm seine Vergangenheit peinlich ist.

teleschau: Sie sind ein viel beschäftigter Mann, spielen gleich in mehreren Blockbustern mit, die in den nächsten Monaten ins Kino kommen. Wie halten Sie die Arbeitsbelastung aus?

Mark Wahlberg: Drei Filme am Stück bleiben nicht folgenlos. Obwohl ich mich natürlich anstrenge, immer frisch bei den Dreharbeiten zu erscheinen und bereit bin, auf Kommando alles zu tun, was ansteht, macht mir das schon zu schaffen. Im Anschluss an "The Happening", womit wir den Sommer letzten Jahres verbrachten, drehte ich gleich "The Lovely Bones" bis in den Winter hinein, und nach einer Woche Pause kam "Max Payne", damit bin ich gerade fertig geworden. Ich konnte also kurz meine Familie besuchen, bevor ich wieder "Goodbye" sagen musste. Das nervt schon irgendwie, vor allem mit einem Baby. Doch meine Familie hilft mir, gibt mir Halt.

teleschau: Wie gelingt ihr das, wenn Sie ständig auf Reisen sind?

Wahlberg: Meine Frau und Kinder haben mich gerade neulich drei Wochen lang beim Dreh von "Max Payne" begleitet, und ich war zwischenzeitlich das ein oder andere Wochenende zu Hause. Aber es ist natürlich hart. Ich freue mich schon, endlich mit unserer Welttournee zu "The Happening" fertig zu werden, sodass ich einen langen Sommer mit meiner Familie genießen kann. Ich werde sie gleich nach unserem Gespräch anrufen, dann müssten sie gerade aufgewacht sein.

teleschau: "The Happening" ist ein Film über den Kollaps der Natur, die sich gegen den Menschen zur Wehr setzt ...

Wahlberg: All die Naturkatastrophen rund um den Globus belegen ja, dass sich die Natur gegen die Eingriffe des Menschen wehrt. Es ist also Realität. Nur, wir dürfen nicht so viel Angst entwickeln. Dürfen nicht verlernen, unbeschwert zu leben.

teleschau: Wie meinen Sie das?

Wahlberg: Ich für meinen Teil möchte meine Familie nicht in einen Bunker einschließen, um sie zu beschützen, während wir uns nur noch von Dosenfutter ernähren. Ich habe gelernt, das Leben zu lieben. Das war mir als Jugendlicher völlig fremd. Jetzt versuche ich, um alles in der Welt gesund zu bleiben.

teleschau: Was tun Sie für dieses Ziel?

Wahlberg: Der perfekte Wochenendauftakt sieht für mich so aus, dass ich so früh wie möglich aufstehe und eine Runde Golf spiele. Noch bevor meine Frau und die Kinder aufwachen, bin ich wieder zu Hause. Meine Mädels sind Langschläferinnen, es sei ihnen gegönnt. Ich bin aber ein Frühaufsteher und mache gern das Frühstück. Und dann gehen wir häufig wandern: Einer meiner Kumpels hat gerade 33 Hektar Land direkt hinter meinem Haus gekauft, das nicht bebaut werden darf, weil dort jede Menge alter Eichen stehen

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