Die Wünsche eines Teenagers: Demi Lovato über die Sorgen eines Teenie-Stars

Demi Lovato (16) ist einer jener Poster-Teenager, die neben den Stars des "High School Musical" und des Vampirfilms "Twilight" die Kinder- und Jugendzimmer zieren. Sie wurde bekannt durch ihre Hauptrolle in "Camp Rock" und promotet derzeit gleichzeitig ihr Album "Don't Forget", eine neue TV-Serie ("Sonny Monroe") und ihre Hauptrolle in dem Spielfilm "Prinzessinnen Schutzprogramm". Hinter allen drei Produktionen steckt die Verwertungsmaschine des Disney-Konzerns. Und trotzdem: Die bildhübsche Demi wirkt nicht wie eine Marionette, sondern bezaubert mit ehrlichem Rehblick und einem fröhlich-frischen Saubercharme der Marke Hollywood. Und auf "Don't Forget" darf und kann sie diesem Image sogar eine klitzekleine Portion Unkonventionalität (Motto: "Bleib immer du selbst") und Rock-Credibility beimischen.

Seit 4.30 Uhr morgens ist die zierliche 16-Jährige bereits wach, reiste von Madrid an, gab unzählige Interviews - mit nur wenigen Minuten Pause insgesamt - im 15-Minuten-Rhythmus, unterschrieb Poster, lächelte Grüße für TV-Programme in die Kamera. Und trotzdem schafft sie es, um 20 Uhr, nach 16 Stunden Stress, immer noch höflich und freundlich zu sein. Zwischen den Interviews hält sie Drei-Sekunden-Nickerchen. Und, ja, ihre Eltern wissen davon. Ihr Stiefvater steht sogar vor der Tür der Suite im Bayerischen Hof in München und organisiert Demis komplexen Tagesablauf mit dem Management, der Firma Disney, der Plattenfirma und anderen Organen.

In der Familie Lovato ist der Ruhm einer Tochter nichts Neues, bereits Demis ältere Schwester Dallas Lovato schlug eine mäßig erfolgreiche Schauspielkarriere ein, die sie mit wenigen noch mäßigeren Songs garnierte. Demis kleine Schwester Madison aber, sechs Jahre alt, ist eine echte Berühmtheit dank ihrer undankbaren Rolle als Dauer fressende Tochter von Eva Longoria in "Desperate Housewives". Aber: Die Kinder wollten alles, was sie erreicht haben, aus eigenem Antrieb so, wie Demi versichert: "Meine Mom ist eine ganz großartige Person", so Lovato, "Sie würde uns Kinder nie zu etwas zwingen, was wir nicht wirklich selbst wollen! Wenn ich ihr heute sage, Mama, ich will jetzt Fußballspielerin werden, würde sie mich auch darin unterstützen."

Warum es die drei Kinder allerdings unbedingt wollten, sich in ihrer kompletten Freizeit mit Heerscharen anderer Kinder von Talentwettbewerb zu Talentwettbewerb zu wälzen, weiß Demi nicht mehr. "Ich wollte gerne zum Film", Punkt. Und ergänzt: "Und ich wollte auch immer gerne Musik oder Filme machen. Ich schrieb bereits mit elf Jahren meine ersten eigenen Songs. Meine Mutter hat mich darin bestärkt, sie meinte, dass ich zu den Inhalten besser stehen kann, wenn ich meine eigenen Songs schreibe. Aber anfangs waren die Lieder furchtbar!" So also fuhr Mama Lovato, die selbst Country-Sängerin war, mit Klein-Demi zu Talentshows und später auch zu Film-Castings: "Auch ich wurde via Audition entdeckt," erinnert sich Demi, "als erstes für die Serie 'Barney & Friends'. Es läuft im Schnitt so, dass du pro hundert besuchter Auditions vielleicht einmal Erfolg hast."

Jetzt als Disney-Star ist der musikalische Durchbruch natürlich leichter zu bewerkstelligen. Aber nach ihrer Darstellerkarriere in Serien und in "Camp Rock" hat Demi ganz offensichtlich ein Debütalbum machen können, das ihr - jenseits aller Disney-Bezüge - wirklich aus dem Herzen spricht

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