Musste schon einer die Jacht verkaufen?

Wriedt: (lacht) Das kommt sicherlich vor. Aber nach meinem Eindruck ist die Krise in den superreichen Kreisen noch nicht wirklich eingeschlagen. Bei Events werden ein bisschen die Ausgaben zurückgefahren, was ich völlig angemessen finde. Aber richtig hart hat's die Wenigsten getroffen. Glamour gibt's immer.

teleschau: Aber nicht überall. Sie wuchsen zum Teil auf den Philippinen auf ...

Wriedt: Richtig, mein Vater war kaufmännisch tätig und nahm dort ein Jobangebot wahr. Es sollten erst ein bis zwei Jahre werden, wurden tatsächlich aber zehn. Für mich war das eine extrem prägende Zeitspanne, ich war dort im Alter von sechs bis 16 Jahren.

teleschau: Wie genau prägte Sie diese Zeit denn?

Wriedt: Als Ausländer lebten wir in einem sogenannten Village, einer wohlhabenden, sicheren Gegend. Doch direkt hinter den Mauern, die dieses Village umgaben, begannen die Slums. Als Kind muss man diese Situation erst einmal verstehen. Unsere Eltern versuchten, mich und meinen Bruder für die Situation zu sensibilisieren. Auch an der Schule gab es Aktionen, bei denen wir Teddybären oder Reissäcke in die Slums brachten. Das war eine harte Erfahrung, aber auch sehr lehrreich. Auf dem Teppich zu bleiben, ist mir gerade heute sehr wichtig.

teleschau: Haben Sie noch Kontakte auf den Philippinen?

Wriedt: Leider nicht. Ich war das letzte Mal mit 21 dort. Da hatte sich schon so viel verändert, dass mein Bruder und ich uns entschlossen, das Land so in Erinnerung zu behalten, wie wir es als Kinder erlebten. Das sind meine schönsten Erinnerungen überhaupt. Allerdings spreche ich noch ein paar Brocken Tagalog, das ist der philippinische Hauptdialekt.

teleschau: Den beherrschen Sie noch nach all den Jahren? Respekt!

Wriedt: (lacht) Beherrschen ist vielleicht zu viel gesagt, ich könnte Ihnen die Nationalhymne vorsingen. Es ist schon einiges verloren gegangen. Aber immer, wenn ich Philippinos auf der Straße sehe, kann ich es mir nicht verkneifen, sie auf Tagalog anzusprechen (kichert). Der verwunderte Blick, den man erhält, wenn eine blonde Frau, die etwa anderthalb Köpfe größer ist als der Durchschnittsphilippino, ihre Sprache spricht, ist herrlich und sehr amüsant.

teleschau: Noch mal zurück zum Beruf. Sie moderieren bei N24 das Männermagazin "MM". Außerdem berichten sie seit Kurzem aus der DTM-Boxengasse. So eine Jungswelt, ist das was für Sie?

Wriedt: Total! Ich bin inzwischen ein Riesenfan der DTM, fuchste mich da richtig rein, bereitete die Rennen akribisch vor

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