"Tracks" - Audienz in Arkadien

Manchem wird das vielleicht gar nicht mehr so bewusst sein. Aber Pete, pardon: Peter Doherty - so will er ja jetzt genannt werden - macht auch noch Musik. Und wenn nicht alle Sinneseindrücke täuschen, dann ist diese gern mal belächelte Skandalnudel nach wie einer der begabtesten englischen Songwriter der Gegenwart. Doch so regelmäßig dieser genialische Kindskopf die Klatschspalten bevölkert, so schwierig ist er für ein ernstes Interview zu gewinnen. Für das ARTE-Magazin "Tracks" ließ sich der Sänger nach langem Bitten erweichen und bezieht Stellung: zu den legendären Libertines, den keinesfalls aufgelösten Babyshambles und zu seinem gefeierten Solodebüt aus diesem Frühjahr.

"Grace / Wastelands" heißt dieses wundersame Werk, mit dem der 30-jährige Engländer an den utopischen Ort seiner Kindheit zurückkehrt: Arkadien. "In Arcady your life trips along", singt er auf der Platte. Hier gehört Crackrauchen vermutlich zum guten Ton, und die Mädchen sehen alle aus wie Kate Moss.

Über die Maßen begabt, bloß nicht mit Vernunft, ist dieser Peter Doherty. Ein "Beautiful Loser", wie man in Anlehnung an einen von Leonard Cohen geprägten Ausdruck sagen könnte. "Tracks" widmet sich in einer "Doppelspezialausgabe" den schönen Verlierern des Kulturbetriebs, die in New York eine Art Refugium haben. Ein Punk-begeisterter Ex-Skater namens Aaron Rose schart in der "Alleged Gallery" die Außenseiter der Künstlerszene um sich: Spike Jonze und Ed Templeton stellten hier aus, David Lynch und Sofia Coppola gingen hin.

Die Schönheit des Scheiterns - ein unangefochten faszinierender Gedanke. Und so ganz das Gegenteil vom Selbstverständnis Ritchie Blackmores. Der frühere Deep-Purple-Gitarrist zählt zu den großen Virtuosen seines Handwerks. Cool ist allerdings was anderes. "Tracks" hat den "Smoke On The Water"-Schöpfer dennoch besucht und zu seinen neuen Leidenschaften befragt: Okkultismus, Mandoline und Mittelalter.

Sodann beweist das Popmagazin aber wieder Geschmackssicherheit und würdigt einen betagten Helden der Coolness: Der große Filmkomponist und Produzentenguru Quincy Jones blickt am Rande des Jazz-Festivals von Montreux auf seine ereignisreiche Karriere zurück.
Ausstrahlung am 17.07.2009 um 23:15 Uhr auf ARTE

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Autor: Jens Szameit/teleschau - der mediendienst
Bilder: ARTE ARTE / William Coupon / Corbis EMI / Kevin Westenberg SPV

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