"The Fast and the Furious: Tokyo Drift" - Andere Länder, andere Schlitten

Vin Diesel ist anscheinend auf Film-Reihen gebucht. Ein dritter Teil der "Riddick"-Saga ist in Arbeit, und auch ein Sequel zu "xXx - Triple X" (2002) soll es geben. Die berühmteste Actionfilm-Serie des 42-Jährigen war unlängst erst im Kino zu sehen. In "Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile" taten sich Paul Walker und Vin Diesel - das Traum-Duo aus dem ersten Film - noch einmal zusammen, um undercover einen Drogenbaron hopszunehmen. Ein fünfter Streich, wieder mit den beiden Bleifüßen, soll bereits in Planung sein. Unterdessen wiederholt RTL Episode drei, "The Fast and the Furious: Tokyo Drift", in der Diesel allerdings nur einen kleinen Cameo-Auftritt hat.

Eine bessere Location hätte sich der junge taiwanesische Regisseur Justin Lin nicht aussuchen können. Anstelle stupider Beschleunigungsrennen auf weitläufigen US-Straßen werden spektakuläre Drift-Wettbewerbe in engen Parkhäusern und Tiefgaragen abgehalten.

Doch nicht nur der Tapeten- und Disziplinwechsel hat der geistig tiefergelegten Serien-Raserei gut getan. Auch die Darstellerriege wurde im Vergleich zum Vorgänger nahezu komplett ausgetauscht. Anstelle von Paul Walker klemmt sich nun Lucas Black ("Jarhead") hinter das Lenkrad hochgradig gepimpter Reisschüsseln. Der heute 26-Jährige spielt den Vorzeige-Außenseiter Sean Boswell, der eine Vorliebe für schnelle Wagen und die falschen Frauen hat. Weil er immer wieder mit Autoritäten (manchmal auch mit Häusern) zusammenrauscht und dafür ins Gefängnis wandern soll, wird der Problemjugendliche zwecks Besserung zum Papa (ein Navy-Offizier) nach Tokio geschickt. Aber auch die japanische Hauptstadt hat eine äußerst lebendige Tuning-Szene ...

In den folgenden 90 Minuten vollführt die testosteronschwangere Story über Freundschaften und Rivalitäten, Väter und Söhne, Frauen und Autos mindestens so viele Wendungen wie eine Straße in den Bergen Kaidos - aber irgendetwas muss den chromblitzenden PS-Rausch ja rechtfertigen.

Natürlich gibt es anspruchsvollere, dialoglastigere und bewegendere Filme - aber nur selten spektakulärere. Ohne allzu tief in die Computertrickkiste zu greifen, inszenierte Justin Lin halsbrecherische Verfolgungsjagden und Street-Racing-Sequenzen, die die ersten beiden "The Fast and the Furious"-Teile weit hinter sich lassen.

Unterlegt wird das Ganze von grell-tönendem Japan-Pop, garniert von todschicken jungen Menschen, die wild mit ihren Video-Handys umherfuchteln, stylishe Klamotten und irre Frisuren tragen. Aber die asiatische Kultur-Direkteinspritzung leistet hervorragende Dienste und täuscht mit eindrucksvollen Impressionen aus dieser Wahnsinns-Metropole, in der es an jeder Ecke blinkt, glitzert und wuselt, über so manches Schlagloch im Drehbuch hinweg.
Ausstrahlung am 26.07.2009 um 20:15 Uhr auf RTL

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Autor: Bernd Fetsch/teleschau - der mediendienst
Bilder: RTL

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