"Spy Kids 2 - Die Rückkehr der Superspione" - Glorifizierung des Nonsens

Schon der erste Teil war nicht sonderlich komisch. Eine Handlung, so tiefsinnig wie eine Spielshow für Kinder im Vorschulalter, und Darsteller, die nicht gerade glücklich agierten, machten das pantoffelige Actionwerk "Spy Kids" (2001) zu einem zwar lauten und erfolgreichen, aber nicht eben bunten Knallkörper im allwöchentlichen Kinogeschehen. Ein Jahr später sollten die doch sehr spärlichen Humortupfer übertroffen werden: Es gab eine Fortsetzung - und was für eine. Tele 5 wiederholt nun "Die Rückkehr der Superspione".

Die sogenannten Spy Kids sind in Teil zwei nicht erwachsen geworden. Nur sind es diesmal einige mehr. Neben den beiden halbwüchsigen Hauptfiguren des ersten Abenteuers (Alexa Vega, Daryl Sabara) geht es nun auch um das Geschwisterpaar Gary (Matthew O'Leary) und Gerti Giggles (Emily Osment), die an Arroganz wie an Können kaum zu überbieten sind. Es gibt also Probleme an der Jung-Agentenfront, die natürlich nicht gelöst, sondern durch vielfältigen, hochtechnisierten Schabernack noch forciert werden. Dabei muss ein gefährlicher "Transmooker" gefunden werden. Egal, was der grelle Begriff auch bezeichnen mag: Es muss sich um etwas ziemlich Weltbedrohliches handeln, das da auf einer mysteriösen Insel auf seine Entdeckung wartet.

Die Werke des Regisseurs und geistigen Ziehvaters des Spion-Spaßes, Robert Rodriguez, gelten gemeinhin als Kult. Seine eigenwilligen Filme "From Dusk Till Dawn" und "Desperado" ließen nicht unbedingt erwarten, dass Rodriguez sich einmal dem Fach des billigen Kommerz-Kitsches zuwenden würde. Dabei sollte das mehr oder minder kultivierte Treiben um die Kinderkampftruppe im ersten wie im zweiten Teil nicht unbedingt als konventionelles Actionkino bezeichnet werden. Auch mit großen Budgets und einem Minimum an Inhalt gelingt es Rodriguez, die Einzigartigkeit seines Stils deutlich zu machen: den Nonsens zu feiern und den Müll zu glorifizieren. Notfalls auch in drei Teilen, denn 2003 gab's einen weiteren, finalen Auftrag für die "Spy Kids" - die "Mission 3D", der alleine in den USA über 110 Millionen Dollar einspielte.

Nur so recht entscheiden kann sich Multitalent Rodriguez ("Sin City"), der von der Regie über den Schnitt bis hin zum Soundtrack gerne alles in seinen Händen weiß, offenbar nicht: Nach seiner Familienfilm-Phase gab er sich in "Grindhouse: Planet Terror" hemmungslos dem Trash hin. Am 1. Oktober startet wiederum eine wesentlich kinderfreundlichere Produktion des 41-Jährigen in den Kinos: "Das Geheimnis des Regenbogensteins".
Ausstrahlung am 10.07.2009 um 20:15 Uhr auf Tele 5

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Autor: Gerd Hilber/teleschau - der mediendienst
Bilder: Tele 5

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