Denn ich tendiere schon auch dazu - mehr als wahrscheinlich üblich ist -, mich gegenüber der Außenwelt abzuschotten. Und insofern haben die Songs auch zwei Ebenen, neben der Geschichte dieser Figur erzähle ich auch von mir selbst.
teleschau: Das Album trägt den Untertitel "12 Songs Of Desire". Was glaubst Du ist das stärkste menschliche Verlangen?
E: Nun, hinsichtlich menschlicher Leidenschaften, wenn wirklich Mr. Hyde zum Vorschein kommt, ist es sicherlich die Lust.
teleschau: Das ist aber ja auch nur die dunkle Seite, oder? Ein Song wie "Prizefighter" hingegen handelt doch vom Verlangen nach Freundschaft ...
E: Teilweise. Ich weiß nicht, ob die Absichten wirklich durchgehend gute sind. In vielen der Songs geht es - man kann sagen - um Verkaufsargumente. Um einen Typen, der versucht, jemand anderen für sich zu gewinnen. Und in diesem Song kommt er eben mit der "Ich wäre dir ein guter Freund"-Masche. Aber ich denke, dass auch hier eigentlich ein gewisses düsteres Verlangen unter der Oberfläche lauert.
teleschau: Sprichst Du da aus persönlicher Erfahrung? Oder wie bist Du als Freund?
E: Ach, ich glaube schon, dass ich anderen Leuten tatsächlich ein guter Freund bin. Vielleicht in mancherlei Hinsicht sogar zu gut. Ich nehme Freundschaften wahnsinnig ernst, was vielleicht daran liegt, dass ich keine Familie habe und Freunde für mich am ehesten an so etwas wie Familie herankommen. Ich erwarte viel von meinen Freunden, deswegen haben die es wahrscheinlich auch nicht immer leicht mit mir.
teleschau: Das könnte auch daran liegen, dass Du Dich scheinbar ständig zurückziehst und Songs schreibst ...
E: Ja, aber die Songs kommen eben einfach so. Und ich weiß auch nicht, wie ich das ändern kann. Ich startete nach "Blinking Lights" ja mal den Versuch. Einfach mal ein Jahr lang keinen Song schreiben, nur um zu sehen, ob ich das könnte. Aber in gewisser Weise habe ich dabei gemogelt, ging in der Zwischenzeit auf zwei Welttourneen, und da ist es mir nicht möglich, etwas zu schreiben. Ich weiß also nicht, ob ich das wirklich könnte, einfach nur zu Hause rumsitzen ohne einen Song schreiben. Wahrscheinlich ist das unmöglich.
teleschau: Würdest Du es manchmal gerne können?
E: Manchmal schon. Einfach mal eine Pause von all dem haben, manchmal fühle ich mich fast wie ein Sklave. Du bist mitten in irgendeiner Beschäftigung, versuchst einen ruhigen Abend zu haben und dann kommt diese Idee. Manchmal ist das einfach nur unfassbar nervig und du denkst dir: Ah, Ich mag jetzt nicht
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