teleschau: Nach der Veröffentlichung Deines Best Ofs "Meet The Eels" letztes Jahr meintest Du in einem Interview, dass Du jetzt erst mal mit Vergangenheit fertig und bereit für die Zukunft wärst. Wie

fühlt sich die Zukunft jetzt an?
E: Es ist großartig. Ich kann mir inzwischen auch gar nicht mehr vorstellen, was ich überhaupt noch über meine Vergangenheit erzählen soll (lacht). Aber man weiß ja nie. Vielleicht schreibe ich ja doch irgendwann wieder über meine Familie, meine Geschichte. Momentan beschäftige ich mich damit aber nicht.
teleschau: Ist "Hombre Lobo" eine Art Neustart?
E: In gewisser Weise. Ich schaue eben nicht mehr zurück. Das ist ja auch ein Grund, warum es vier Jahre gedauert hat, ein neues Eels-Album rauszubringen. Ich fühlte mich von mir selbst ein wenig in die Ecke gedrängt, musste einfach ein wenig Abstand gewinnen. Und durch die ganzen autobiografischen Projekte schaffte ich mir Freiraum. Das hat gut funktioniert,

denn danach kam ich endlich wieder an den Punkt, an dem ich wusste, was ich jetzt eigentlich als nächstes machen will.
teleschau: Nämlich ein vermeintlich einfaches Album ...
E: Ja, gerade weil "Blinking Lights" solch ein riesiges, in die Länge gezogenes und kompliziertes Album war, hatte ich richtiggehend Hunger, etwas sehr minimalistisches und einfaches zu machen. Und dann kam eben diese Idee, Songs aus der Sicht dieses - nennen wir ihn mal - lüsternen, alten Werwolfs zu schreiben.
teleschau: Und woher kam diese Idee?
E: Naja, schau mich an! Ich hatte die Idee beim Zähne putzen. Ich schaute in den Spiegel und mir fiel plötzlich auf, wie ich eigentlich aussehe. Und ich dachte, zuletzt sah ich so aus, als wir "Souljacker" (Album aus dem Jahr 2001, d. Red.)

aufnahmen. Irgendwie fühlte es sich an, als ob ich eine erwachsene Version des "Dog Faced Boy", dieser Figur aus dem ersten Song des Albums, geworden bin - eine Art Werwolf eben.
teleschau: Eine mystische Figur mit zwei Gesichtern ...
E: Richtig. Und ich glaube, dass sich das in den Songs widerspiegelt. Sie sind in gewisser Art und Weise mal zärtlich, dann wieder verstörend. Und man weiß genau, wann der Werwolf sein Gesicht zeigt, man kann genau sagen, wann Dr. Jekyll zu Mr. Hyde wird.
teleschau: Was macht solche einsamen Außenseiterfiguren eigentlich so anziehend?
E: Ich weiß nicht, ob diese Figuren wirklich anziehend sind, aber das ist eben etwas, mit dem ich mich persönlich identifizieren kann
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