RTL macht es sich einfach und gibt den Zuschauern die Schuld: "Es ist eine qualitativ hochwertige Produktion und Til Schweiger macht einen hervorragenden Job, doch 'Mission Hollywood' hat leider keine

breite Zuschauerschaft angesprochen", verkündete Unterhaltungschef Tom Sänger. "Der Markt zeigt, dass es Neustarts derzeit bei allen Sendern sehr schwer haben und die Zuschauer vor allem auf Bewährtes setzen."
Nun ja, bewährt war das Konzept ja eigentlich. RTL ging kein Risiko ein und klonte ganz einfach den Quoten-Giganten "Germany's next Topmodel" von ProSieben, nur dass nun eben Schauspielerinnen gesucht werden: Man verpflichtete die gleiche Produktionsfirma (Tresor TV), nahm einen prominenten Gastgeber aus der Branche, stellte ihm einen Co-Juror mit lustigem Akzent zur Seite (Schauspiel-Coach Bernard Hiller) sowie ein paar bekannte Gastjuroren (Heiner Lauterbach, Carmen Electra). Bei der Auswahl der "Mädchen" achteten die Macher nicht unbedi

ngt auf Talent, aber auf Vielfalt und Konfliktpotenzial (von der Diakon-Tochter bis zur blonden Sexbombe). Drehort ist mit L.A. auch hier eine interessante Glamour-Metropole. Dort müssen die Kandidatinnen verschiedene Aufgaben bewältigen, um bei der Entscheidung am Ende jeder Show kein Foto, sondern eine Oscar-Statue zu bekommen, das Ticket in die nächste Runde.
Leider waren die Challenges der "Mission Hollywood" aber wenig abwechslungsreich: Sexy tanzen, sexy stöhnen, sexy knutschen, sexy lustig sein und wieder sexy tanzen stand auf dem Drehplan. Es heißt zwar immer: Sex sells, aber zu viel des Guten kann auch ermüdend sein. Zumal das Ganze auch extrem frauenfeindlich rüberkommt. Schon in der ersten Folge, als einem RTL-Soap-Darsteller eine Art L

ap Dance verpasst werden sollte, fühlten sich die meisten der jungen Frauen im falschen Film. In Folge drei brach die religiöse Friederike dann in Tränen aus: "Es geht immer nur um Sex. Ich würde ganz gerne auch noch ein paar andere Facetten zeigen."
Und die hätte der Zuschauer sicher auch gerne gesehen. Stattdessen gab's lesbische Küsse wie in "Eiskalte Engel", vorgetäuschte Orgasmen wie in "Harry und Sally" und Dialoge (immerhin) über "Flöten in Muschis" wie bei "American Pie". Und wer sich ziert, wird von Til Schweiger dezent ermahnt: Die verheiratete Yesim wollte beim "9 1/2 Wochen"-Strip keine Gummi-Nippel auf ihre Brüste kleben und ihren BH unter dem Seidennachthemd lieber anlassen. Til versuchte sie zu überreden, gab aber irgendwann auf: "Okay - mach, wie du meinst
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